Wir schauen uns an, wie Unternehmen ihre Angestellten motivieren können ins Büro zu kommen, wie sie ihre Arbeitskosten senken können und welche Software ihnen dabei behilflich ist. 

Wie sich Angestellte und Unternehmen Arbeitskosten teilen sollen

Die Folgen von zu hohen Kosten, um vor Ort zu arbeiten, können für Unternehmen negative Folgen haben: 62 % der befragten Angestellten aus Deutschland würden den Job wechseln, wenn sie zu hohe Kosten haben, um an ihren Arbeitsort zu gelangen. Personalsoftware kann Unternehmen dabei helfen, Mitarbeiterdaten zu analysieren, Feedback zu erhalten und detaillierte Aufzeichnungen über das Personal zu führen, wie beispielsweise über ihre Büronutzung. 

Wir befragten 2.716 Befragte aus den USA, Kanada, Brasilien, Mexiko, Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Australien und Japan, um mehr über die Kosten zu erfahren, die den Arbeitnehmern bei der Arbeit vor Ort oder im Büro entstehen und welche Arbeitskosten ihrer Meinung nach Unternehmen übernehmen sollten. Aus Deutschland wurden 246 Teilnehmer befragt, auf dessen Antworten sich dieser Artikel konzentriert. Die Ergebnisse der anderen Länder werden zum Vergleich herangezogen. Die vollständige Methodik befindet sich am Ende des Artikels. 

Jobwechsel und reduzierte Produktivität sind Risiken von zu hohen Arbeitskosten

Viele Arbeitgeber wollen, dass ihre Mitarbeiter wieder vermehrt ins Büro kommen. Diese achten nun aber genauer darauf, welche Ausgaben sie für ihren Arbeitsweg und den Tag im Büro haben. Es wird zunehmend hinterfragt, ob es noch gerechtfertigt ist, dass Arbeitnehmer sämtliche Kosten für ihre Präsenz am Arbeitsort allein tragen müssen.

Die Konsequenzen von steigenden Arbeitskosten sind nachteilig: 62 % geben an, dass sie ihren Job wechseln würden, wenn ihnen unangemessen hohe Pendelkosten anfallen. Jeder 4. Angestellte gibt an, seine Produktivität zu reduzieren, wenn Arbeitskosten zu hoch ausfallen.

Was Angestellte machen würden, wenn die Pendelkosten zu hoch sind

Im weltweiten Durchschnitt der befragten Länder sieht dies nicht anders aus: 60 % würden nach einer Gehaltserhöhung fragen, 59 % den Job wechseln und 25 % ihre Produktivität verringern.

Behalte die Stimmung der Beschäftigten im Auge, wenn du Richtlinien änderst

Für Unternehmen ist es wichtig, die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter zu beobachten, um zu verstehen, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert sind, vor allem, wenn sich dies auf ihre Motivation, im Unternehmen zu bleiben, auswirken kann. 

Die Beobachtung der Mitarbeiterzufriedenheit kann Führungskräften helfen, problematische Trends zu erkennen, bevor sie zu einem Problem für die Mitarbeiterbindung werden. Auf diese Weise können Manager zum Beispiel proaktiv feststellen, ob sich erhöhte Arbeitskosten, die aus der Unternehmenspolitik resultieren, auf das Personal auswirken.

Deutsche Arbeitnehmer spüren die Auswirkungen der gestiegenen Arbeitskosten

Für die meisten der befragten Arbeitnehmer sind die Kosten im letzten Jahr in einer Reihe von Bereichen gestiegen. Die größten Kostensteigerungen betreffen Lebensmitteleinkäufe, Restaurantbesuche, Haushaltsrechnungen und Ausgaben für Kleidung, aber auch die Kosten für Benzin, Reparaturen, Versicherungen sowie öffentliche Verkehrsmittel sind deutlich gestiegen.

Arbeitskosten und allgemeine Kosten sind für Angestellte in 2024 gestiegen

Einige dieser Kosten, z. B. für Lebensmittel, betreffen Angestellte unabhängig davon, ob sie von zu Hause aus arbeiten oder nicht. Kosten für Benzin, öffentliche Verkehrsmittel, Restaurantbesuche und auch für Kleidung, um dem Dresscode am Arbeitsplatz zu entsprechen, fallen besonders für Angestellte an, die häufig vor Ort arbeiten müssen. 

Unabhängig davon, ob sie aus der Ferne, in einem hybriden System oder vollständig vor Ort arbeiten, haben die deutschen Befragten einen Anstieg der Arbeitskosten erlebt: 64 % sagen, dass ihre Kosten für die Arbeit gestiegen sind, während die Gehaltserhöhungen 63 % zufolge nicht Schritt gehalten haben. 

Sie geben auch an, dass für sie die höchsten Pendelkosten für Benzin und öffentliche Verkehrsmittel anfallen.

Die höchsten Pendelkosten für deutsche Angestellte

41 % nutzen ein eigenes Fahrzeug, um an ihren Arbeitsort zu gelangen, wohingegen 44 % öffentliche Verkehrsmittel nutzen. 56 % müssen zwischen 5 und 25 Kilometer fahren, um an ihre Arbeitsstelle zu gelangen.

Finanzielles Wohlergehen als Priorität für das Personal

Die Unterstützung des finanziellen Wohlergehens wird angesichts der Lebenshaltungskostenkrise für die Beschäftigten immer wichtiger. Es kann hilfreich sein, den Beschäftigten Programme zum finanziellen Wohlergehen anzubieten, damit sie Unterstützung erhalten und ihr Geld besser verwalten können.

Zu den Vorteilen von Programmen für finanzielles Wohlergehen für Arbeitnehmer gehören

  • Beratung zur Finanzplanung und Haushaltsführung
  • Zugang zu fachkundigen Beratern und Tools für die Haushaltsführung
  • Anleitung zur Festlegung finanzieller Ziele

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf Ausgaben, die von Arbeitgebern (zumindest teilweise) übernommen werden können, um für Talente attraktiv zu bleiben. 

Angestellte wollen, dass mehr Arbeitskosten von Unternehmen übernommen werden

Die Mehrheit der befragten Abgestellten sind der Meinung, dass ihr Arbeitgeber die Kosten für das Parken, für Kleidung oder Uniformen, die aufgrund der Kleiderordnung des Unternehmens erforderlich sind, sowie Kosten für öffentliche Verkehrsmittel und Mautgebühren vollständig übernehmen sollte, wenn sie ins Büro kommen. Die meisten sagen auch, dass sich ihr Arbeitgeber zumindest an den Kosten für Benzin, Kinderbetreuung und Essen beteiligen sollte.

Welche Arbeitskosten Unternehmen übernehmen sollen

Aus unseren Daten geht klar hervor, dass besonders Pendelkosten ein potenzielles Hindernis für die Anwesenheit im Büro sind. Bei Gelegenheiten, bei denen sich die Anwesenheit im Büro als nützlich erweisen könnte, wie z. B. bei Brainstormings oder strategischen Meetings, kann das Pendeln jedoch notwendig werden. Was können Unternehmen also tun, um die Auswirkungen der Pendelkosten im Jahr 2024 abzumildern? 

Eine Möglichkeit besteht darin, einen Teil der Reisekosten, die den Beschäftigten entstehen, zu subventionieren oder zu übernehmen. Wir haben festgestellt, dass die meisten Arbeitnehmer einige Kosten für den Weg zur und von der Arbeit selbst tragen, z. B. für öffentliche Verkehrsmittel und Benzin. Parkgebühren werden öfter von Unternehmen getragen und sind daher nicht so eine große Belastung. Eine beträchtliche Anzahl unserer Befragten wünscht sich, dass die Arbeitgeber die Fahrtkosten übernehmen, auch wenn sie nur die Kostenlast teilen. 

Immerhin können Arbeitnehmer 30 Cent für jeden vollen Kilometer zwischen dem Wohnort und der Arbeitsstelle von der Steuer absetzen. Seit 2021 gilt für Fernpendler eine höhere Kilometerpauschale von 35 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer. 

Sonstige gemeinsame Ausgaben 

Da die Kosten für Kleidung steigen, kann der Kauf teurerer Kleidungsstücke wie Blazer oder Anzugshosen die Beschäftigten finanziell übermäßig belasten. Ein legerer Dresscode für das Büro senkt die Kosten und verringert die Reibung, mit der man zur Arbeit kommt. In unserer Umfrage gaben fast ein Viertel (24 %) der Beschäftigten an, dass sie lieber häufiger vor Ort arbeiten würden, wenn es eine lockere Kleiderordnung gäbe. 

Essen im Büro anzubieten ist nicht nur eine gute Möglichkeit, Ausgaben für Angestellte zu verringern. Ebenfalls ist es ein zusätzlicher Anreiz, ins Büro zu kommen und das gemeinsame Essen im Büro fördert soziale Interaktion und ermöglicht den Mitarbeitern, sich besser kennenzulernen und zu vernetzen. Dies kann das Gefühl der Zugehörigkeit zum Team stärken, die Bürokultur verbessern und auch die Wertschätzung seitens des Arbeitgebers erhöhen. 76 % geben an, dass sie lieber mehr vor Ort arbeiten würden, wenn der Arbeitgeber ihnen Essen kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung stellt. 

Wir haben die Ergebnisse mit Eva Stock, HR-Speakerin, Autorin und Bloggerin, geteilt. Sie wundert, dass ausgerechnet die Kinderbetreuung so niedrig in den Ergebnissen der Ausgaben, die das Unternehmen decken sollte, kommt: “Schließlich haben wir in Deutschland ein Betreuungsproblem. Kita- und selbst Schulplätze sind mittlerweile rares Gut. Da überrascht mich das Ergebnis. Kinder scheinen also nach wie vor eher als Privatangelegenheit eingestuft zu werden.”

Flexibilität finden, um Kosten zu senken

Wenn die Löhne und Gehälter der Beschäftigten nicht erhöht werden können, um den steigenden Lebens- und Arbeitskosten Rechnung zu tragen, können Arbeitgeber andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, um ihren Mitarbeitern zu helfen, die Kosten zu bewältigen. 

  • Flexible Start- und Endzeiten ermöglichen es den Beschäftigten, die höheren Reisekosten zu Stoßzeiten zu vermeiden. Dies kann den zusätzlichen Vorteil haben, dass das Verkehrsaufkommen außerhalb der Hauptverkehrszeiten geringer ist und somit der Arbeitsweg entlastet wird. 
  • Weniger Tage im Büro arbeiten und auf ein hybrides Arbeitssystem umsteigen. Dadurch können die Kosten für das Pendeln gesenkt werden, da die Beschäftigten kein Geld für das tägliche Pendeln ausgeben müssen.  
  • Fernarbeit als Gegenleistung für ein geringeres Gehalt für diejenigen, die sich dafür entscheiden.

Welche Arbeitskosten sollten Unternehmen realistischerweise tragen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben? 

In diesem Artikel haben wir uns angeschaut, welche Ausgaben Angestellte am liebsten rückerstattet haben würden. Im ersten Teil der Studie warfen wir einen Blick darauf, wie Unternehmen ihre Angestellten durch finanzielle sowie nicht-finanzielle Mittel dazu motivieren können, wieder mehr ins Büro zu kommen. 

Jetzt stellt sich jedoch die Frage, was realistisch ist und welche Arbeitskosten Unternehmen übernehmen sollten, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Diese Frage haben wir Eva gestellt, die uns folgendes mitteilt:

Zitat Eva Stock zu Arbeitskosten

Für welche Methode sich Unternehmen im Endeffekt entscheiden, sollte von den Angestellten abhängen. Für Unternehmen ist es wichtig, die Mitarbeiterzufriedenheit zu beobachten, um problematische Trends rechtzeitig zu erkennen. Personalsoftware kann bei dieser Aufgabe helfen, indem sie Werkzeuge zur Verfügung stellt, um Mitarbeiterdaten zu analysieren, Feedback zu erhalten, detaillierte Aufzeichnungen über das Personal zu führen und mögliche Einblicke in die Nutzung des Büros durch das Personal zu geben. Besonders wichtig kann es sein, eine Kultur der offenen Kommunikation zu schaffen, wenn es um Elemente der Gehaltsabrechnung geht. Umfragetools können auch dabei helfen, Feedback von den Beschäftigten einzuholen, um die Belastungen zu verstehen, denen sie ausgesetzt sind.

Hier findest du weitere Software-Tipps für Unternehmen, um das Thema Arbeitskosten anzugehen: 

  • Mit der richtigen Software für die Mitarbeiterplanung können Personalabteilungen wichtige Daten wie Anwesenheit, Arbeitszeiten und Büronutzung auch dann verfolgen, wenn die Mitarbeiter flexible Arbeitszeiten haben.
  • Eine Corporate Wellness Software kann Mitarbeiter mit persönlichen Finanzcoaches zusammenbringen und ihnen Tools zur Verfügung stellen, die ihnen helfen, ihre Gehaltsschecks besser zu planen.
  • Eine Kompensationsmanagement-Software kann dir dabei helfen, die Löhne und Gehälter so festzulegen, dass Anreize für die Arbeit vor Ort geschaffen werden, ohne dass es zu einer zu hohen Fluktuation der Beschäftigten kommt.

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Methodik

Die Capterra-Umfrage zu den Arbeitskosten 2024 wurde im März 2024 online unter 2.716 Befragten in den USA (n=250), Kanada (n=250), Brasilien (n=244), Mexiko (n=245), Großbritannien (n=248), Frankreich (n=244), Italien (n=250), Deutschland (n=246), Spanien (n=246), Australien (n=248) und Japan (n=245) durchgeführt. Ziel der Studie war es, mehr über die Kosten zu erfahren, die den Arbeitnehmern bei der Arbeit vor Ort oder im Büro entstehen. Die Befragten wurden auf Voll- oder Teilzeitbeschäftigung geprüft.