Social Recruiting – wichtiger Trend, aber kein Selbstläufer

Veröffentlicht am 14.8.2019 von Ines Bahr und Tim Verhoeven

Megafon in Laptop symbolisiert Social Recruiting

Der Begriff Social Recruiting oder auch Social Media Recruiting beschreibt in der Regel alle Maßnahmen im Recruiting, die sich Social Media Kanälen bedienen und ist einer der wichtigsten Trends im Recruiting in den letzten Jahren. Was damit genau gemeint ist und wie man Misserfolge im Bereich Social Recruiting vermeiden kann, folgt jetzt.

Warum Social Recruiting?

Social Recruiting ist eine sehr gute Ergänzung für die eigene Recruiting Strategie und schafft es, insbesondere die nicht aktiv suchenden Kandidaten zu aktivieren. Daneben sollte man aber immer noch weitere Maßnahmen in Betracht ziehen, wie Jobbörsen und andere Werbemaßnahmen. Beides möglichst mit skalierbaren Modellen, wie bei Cost-per-Click-Anbietern.

Durch den Mix vieler Maßnahmen – die wiederum alle auf die Zielgruppe abgestimmt werden müssen, kann man seine Zielgruppe am bestmöglichen erreichen.

Was genau fällt alles unter Social Recruiting?

Allgemein lässt sich der Begriff Social Recruiting in zwei Bereiche gliedern. Auf der einen Seite haben wir das direkte Social Recruiting. Hierunter fallen sämtliche Maßnahmen im Bereich Active Sourcing – also der Direktansprache von Kandidaten über Social Media. Auf der anderen Seite gibt es auch noch das indirekte Social Recruiting. Hierunter fallen alle Maßnahmen, die über Werbeeinblendung auf Social Media Bewerber generieren sollen. Die reine Pflege einer Social Media Präsenz klammere ich hier bewusst aus.

Insgesamt kann man festhalten, dass der Markt des Social Recruitings auch schon Anzeichen einer Übersättigung zeigt. Insbesondere im Bereich des direkten Social Recruitings ist dies sehr stark zu sehen. Gute Kandidaten mit seltenen Fähigkeiten können sich vor – häufig 08/15 – Anfragen kaum noch retten und reagieren nicht mehr auf Anfragen oder kehren den entsprechenden sozialen Netzwerken den Rücken. Dies liegt daran, dass immer mehr Personalberater und auch Recruiting-Abteilungen Kandidaten ansprechen und es auch entsprechende Tools gibt, die Ansprachen teilautomatisiert oder vollautomatisiert durchführen.

Hier eine grobe Zusammenfassung über die relevantesten Vor- und Nachteile des direkten Social Recruitings:

Die Vor- und Nachteile von direktem Social Recruiting

Hier hingegen die Zusammenfassung der relevantesten Vor- und Nachteile des indirekten Social Recruitings:

Die Vor- und Nachteile von indirektem Social Recruiting

In Summe haben beide Möglichkeiten eine ausgewogene Anzahl an Vor- sowie Nachteilen, wodurch beide Maßnahmen attraktiv sind und davon abhängen, was man genau erreichen möchte. Ich kenne sowohl Firmen, die ausschließlich direktes Social Recruiting nutzen und damit auch einen Großteil der Vakanzen besetzen. Genau so kenne ich auch Firmen, für die dies in puncto indirektem Social Recruiting gilt. Jedoch gibt es auch sehr viele Fälle, wie Unternehmen an der erfolgreichen Umsetzung von Social Recruiting Maßnahmen scheitern. Meistens, weil sie die folgenden Fehler machen.

Die 5 Todsünden im Bereich Social Recruiting

  • Das kann doch jeder: Egal ob direkt oder indirekt – Social Recruiting erfordert Einarbeitung, Fingerspitzengefühl und einige Kompetenzen. Zumindest, wenn man das Geld nicht zum Fenster schmeißen möchte.
  • Das kostet doch nix: Mal eben ein paar Leute anschreiben und mal eben ein paar Posts verfassen – das kann doch nix kosten. Doch! Beide Varianten des Social Recruiting kosten schnell einen fünfstelligen Betrag, wenn man es optimal machen möchte. Dafür bringt es auch viel.
  • Das kann man nebenbei machen: Insbesondere direktes Social Recruiting ist sehr zeitaufwändig und sollte in der Regel nicht von einem Recruiter nebenbei gemacht werden, da es erstens komplett unterschiedliche Kompetenzen bedarf und zweitens immer in Kollision mit Recruiting-Aktivitäten gehen wird.
  • Das klappt doch schnell: Sowohl direktes als auch indirektes Social Recruiting benötigt Vorlauf und Zeit zur Adjustierung. Wenn man sich das erste Mal mit dem Thema beschäftigt, dann werden die ersten Monate vor allem als Lernzeit verbucht werden müssen – abgesehen von Glückstreffern.
  • Kandidaten sind doch auch Bewerber: Man muss für Kandidaten, also Personen die nicht aktiv nach dem Arbeitgeber gesucht haben, und klassischen Bewerbern unterscheiden und dem entsprechend idealerweise auch seine Prozesse danach ausrichten. Wenn man Kandidaten wir normale Bewerber durch die Prozesse führt, sind sehr viele Probleme vorprogrammiert.

Fazit:

Social Recruiting ist ein guter und wichtiger Bestandteil eines guten Recruiting Mix. Damit Social Recruiting jedoch erfolgreich ist, muss man sich bewusst werden, dass man auch in diesen Kanal Zeit als auch Geld investieren muss, sonst gilt dort genau so, wie überall: Wer nicht bereit ist zu investieren, wird ins Hintertreffen geraten.

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