Es gibt eine Zahl, die jeder CEO bestimmen und jeder Vermarkter kennen muss: die Ziel-Cost-per-Acquisition oder Ziel-CPA.
Normalerweise ergibt sich das Marketingbudget aus dem Betrag, der nach Abzug aller Kosten vom Umsatz übrig bleibt abzüglich des Gewinns.
Hier stellt sich die Frage: Welcher Prozentsatz geht ins Marketing und wie viel wird als Gewinn verbucht? Der Betrag, der letztendlich fürs Marketing veranschlagt wird, ist dann der Ziel-CPA bzw. die Summe, die man bereit ist, für jeden neuen Kunden und somit das Wachstum seines Unternehmens auszugeben.
Wenn man weiß, wo die Grenze für die Akquise eines neuen Kunden liegt und wie viel es pro Marketingkanal kostet, lässt sich schnell eine Wahl für oder gegen bestimmte Kanäle treffen. Marketing-KPIs bzw. Marketing-Kennzahlen helfen bei der Ermittlung dieser Werte.
Im Folgenden wollen wir aufzeigen, warum der CPA für Unternehmen so wichtig ist, wie er berechnet wird und wie man ihn am besten einsetzt.

Vor dem Marketing den CPA berechnen
Um herauszufinden, wie viel Geld wirklich für das Marketing zur Verfügung steht und wie der CPA festgelegt werden sollte, muss zuerst der Wert eines durchschnittlichen Kunden während des „Kundenlebens“ für das Unternehmen bestimmt werden (Customer Lifetime Value, CLV). Dieser Wert wird dann zur Festlegung des Marketingbudgets herangezogen.
1. Schritt: Den Kundenwert CLV bestimmen
Was genau ist der CLV?
- Customer Lifetime Value: Der Geldbetrag, den ein durchschnittlicher Kunde während der Lebensdauer der Geschäftsbeziehung einbringt.
Abhängig von den Unternehmenszielen lässt sich dieser Wert auf verschiedene Weisen berechnen. In diesem Artikel beschränken wir uns zu Darstellungszwecken auf die einfachste Methode.
Leisten die Kunden jeweils nur eine einmalige Zahlung, so ist der durchschnittliche Betrag der CLV.
Arbeitet ein Unternehmen auch mit Abonnements, muss man in diese Rechnung noch die Abwanderungsquote einbeziehen.
- Abwanderungsquote: Der Prozentsatz der Kunden, die jeden Monat das Abonnement stornieren.
Weiterhin muss der monatliche Umsatz bekannt sein, den man durchschnittlich von jedem Kunden erwarten kann.
Hier eine sehr einfache Formel zur Berechnung des CLV für ein Unternehmen mit Abonnement-Angebot.
- Durchschnittlicher Monatsumsatz pro Kunde / Abwanderungsquote = CLV
2. Schritt: Verfügbare Marketingkosten berechnen
Nachdem wir nun den CLV bestimmt haben, müssen wir herausfinden, wie viel von diesem Betrag im Marketing eingesetzt werden kann. Zuerst gilt es jedoch herauszufinden, welche Summe noch für die laufenden Betriebskosten abgezogen werden muss. Diese Betriebskosten legen den Rahmen für den CPA fest:
- Sind die Kosten hoch, muss der CPA niedrig sein, damit noch ein Gewinn abfällt. Sind die Kosten jedoch niedrig, kann der CPA höher angesetzt werden und dennoch arbeitet man profitabel.
Wenn er noch Gewinn erwirtschaften möchte, kann sein maximaler CPA bei 49,9 % liegen, also bei 2.499 EUR.
Aggressive oder konservative Wachstumsstrategie?
Ein Unternehmen muss sich die Frage stellen, ob gerade Profit oder Wachstum wichtiger ist.
Zur Erinnerung: Der CPA ist ein Prozentsatz des CLV. Wie viel von seinem CLV ist man bereit für die Kundenakquise aufzuwenden? Investiert man weniger, ist zwar der Gewinn höher, aber das Wachstum geringer, denn die Zahl der Kunden, die man für wenig Geld gewinnen kann, ist logischerweise eher niedrig.
Starkes Wachstum oder hoher Gewinn?
Um seinen idealen CPA festzulegen, muss man sich darüber klar werden, welchen Prozentsatz seines CLV man bereit ist, für einen neuen Kunden auszugeben.
Jetzt muss er entscheiden, wie hoch sein Gewinn sein soll.
- CLV – Betriebskosten – CPA = Profit
Er verkauft zurzeit nur ein Buch, sodass sich Wachstum nicht wirklich lohnt. Profit ist also wichtiger als Wachstum.
Was aber, wenn Michael schneller wachsen möchte? Dann müsste er mehr für die Gewinnung eines einzelnen Kunden ausgeben, würde aber auch mehr Kunden gewinnen.
- 5.000 EUR CLV – 2.500 EUR Betriebskosten – 2.250 CPA = 250 EUR Profit
Damit hat er einen Profit von 250 EUR pro Kunde.
CPA in der Praxis
Der Ziel-CPA zeigt einem, wie viel man für die Kundenakquise ausgeben kann.
Warum aber würde Michael nicht einfach sein Marketingbudget aufstocken und den CPA bei 10 % des CLV belassen? Leider gibt es nur eine geringe Zahl an Personen, die man über so niedrige Kosten erreicht.
Michael weiß, dass er sein CPA erhöhen muss, um mehr Abonnements zu verkaufen, und so verzichtet er zugunsten von mehr Abonnenten auf einen Teil des Gewinns.
Realistisch bleiben
Natürlich wollen wir alle einen möglichst geringen CPA und damit so wenig wie möglich für die Kundengewinnung ausgeben. Manchmal hat man Glück und ein Neukunde fällt einem praktisch in den Schoß. In den meisten Fällen muss man sich neue Kunden jedoch erarbeiten. Und das kostet Geld.
Sobald man weiß, dass man sich nur einen bestimmten Marketingbetrag leisten kann, lässt sich beim Ausprobieren eines neuen Kanals schnell herausfinden, ob er dem Ziel-CPA entspricht.
Weitere CPA-Ressourcen
Marketing-Analysesoftware hilft einem, Marketing-KPIs zu ermitteln und zu bestimmen, welchen CPA die einzelnen Marketingkanäle bieten.