Unser Baulexikon: 40 häufige Begriffe aus dem Bauwesen definiert

Veröffentlicht am 12.9.2019 von Dan Taylor und Ines Bahr

Ein Einstieg in die Baubranche hat es ganz schön in sich – und zu allem Überfluss muss man den Jargon lernen, als wäre er eine ganz neue Sprache.

Deshalb haben wir hier ein paar grundlegende Begriffe zu einem Baulexikon zusammengestellt. So kannst du schnell nachschlagen, egal, ob du einen Quereinstieg in die Immobilienverwaltung oder den Bau deines Eigenheims planst.

Baulexikon

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  1. Aufmaß: Das Abmessen und Aufzeichnen eines bestehenden Gebäudes, so erhält man die tatsächlichen Dimensionen und Abmessungen.
  2. Aufriss: Die grafische Darstellung einer Gebäudefront von außen.
  3. Ausbau: Auch Innenausbau. Bezeichnet alle baulichen Maßnahmen, die weder zum Rohbau noch zur Haustechnik gehören.
  4. Bauherr: Der Auftraggeber oder die Auftraggeberin. Rechtlich und wirtschaftlich verantwortlich.
  5. Bauleiter: Der oder die auf einer Baustelle technisch für die ordentliche Durchführung der Arbeiten Verantworliche. Das kann der Bauherr sein, muss aber nicht.
  6. Baumanagement-Software:Dient der Koordinierung von Geschäftsprozessen und unterstützt Bauunternehmer*innen dabei, ihre Bauprojekte effizienter zu verwalten. Häufig sind auch Features für Buchhaltung, Finanzen, Dokumentation und Teamplanung enthalten.
  7. Beton:Ein Baustoff aus Flüssigkeit, Bindemittel (häufig Zement) und Zuschlagstoffen (siehe „Gesteinskörnung“). Wird für Platten, Säulen und andere Elemente verwendet. Werden in diese Elemente Streben oder Geflechte aus Stahl eingebracht, entsteht ein als „Stahlbeton“ oder „armierter Beton“ bezeichneter Verbundwerkstoff.
  8. BIM:Steht für Building Information Modeling oder, zu Deutsch, Bauwerksdatenmodellierung. Dabei wird ein Computermodell für ein Bauwerk erstellt, in dem vom Grundriss bis zur letzten Abmessung alle strukturellen Einzelheiten modelliert und graphisch abgebildet werden.
  9. CAD: Steht für Computer-Aided Design (übersetzt heißt das so viel wie „computergestütztes Konstruieren“), so heißt eine Gruppe von Softwareprogrammen für die Konstruktion von Maschinen, Teilen und Gebäuden. Architektursoftware ist im Grunde eine Unterform hiervon.
  10. Dachhaut: Der Teil des Daches, der das Gebäude vor Wind und Wetter schützt und auf der Dachkonstruktion aufliegt.
  11. Doppel-T-Träger:Ein Träger, dessen Querschnitt an die Form zweier am unteren Ende zusammenstoßender großer Ts erinnert.
  12. First: Die obere Kante oder der Grat eines Daches, wo die Dachseiten zusammenstoßen.
  13. F-Plan: Auch FNP. Beide Abkürzungen stehen für „Flächennutzungsplan“, ein städtebauliches Instrument, das festlegt, wie ein Grundstück verwendet werden kann. So kann eine Industrieanlage zum Beispiel nicht in einem Wohngebiet errichtet werden.
  14. Furnier: Sehr dünne Holzschichten, dient oft dazu, günstigeres Holz mit Edelhölzern zu verkleiden und optisch aufzuwerten.
  15. Fußleiste: Verdeckt die Kante zwischen Wand und Fußboden und sorgt so für ein einheitliches Raumbild.
  16. Gesteinskörnung: Besteht je nach Verwendung aus Sand, Kies oder aufgebrochenem Gestein bzw. Bauschutt und wird als Zuschlag zu Baumaterialien wie Beton verwendet. Gelegentlich sagt man auch einfach „Zuschlag“.
  17. Grundriss:Bildet die horizontale Raumanordnung eines Gebäudes oder Gebäudeteils ab.
  18. Gründung: Der Übergang zwischen Bauwerk und Erdreich. Muss die Lasten des Bauwerkes aufnehmen und die statische Integrität sichern.
  19. HLK:Steht für Heizung, Lüftung, Klimatechnik.
  20. Laibung:An einem Fenster oder einer Tür jeweils der Öffnung zugewandte Seite des Mauerwerks, quer zur eigentlichen Wand.
  21. Leistungsschutzschalter: Auch LS-Schalter. Das, was wir umgangssprachlich als „Sicherung“ bezeichnen, ein Überspannschutz für die Stromversorgung.
  22. Leistungsverzeichnis: Nennt man das Dokument, in dem die einzelnen, zu erbringenden Leistungen als einzelne Positionen aufgelistet und beschrieben werden.
  23. Lichte Höhe:Die endgültige Höhe eines Raumes zwischen der Oberkante des Fertigfußbodens und der Unterkante der Decke des Zimmers. Je nach Innenausbau kann sie sich durchaus vom Bauplan unterscheiden, wenn zum Beispiel zwischen der Zimmerdecke und der baulichen Zwischendecke Kabelschächte verlaufen oder unter dem Teppich eine Fußbodenheizung eingezogen wurde.
  24. Lüftungskanäle:Dienen der Luftführung innerhalb der Struktur, Teil der Lüftungsanlage.
  25. Mörtel:Eine Paste, die bei uns meist aus einem Bindemittel, feiner Gesteinskörnung, Wasser und eventuellen Zusätzen besteht und die zum Verbinden von Mauerwerk, aber auch zum Verputzen verwendet wird.
  26. Pfettendach:Eine der häufigsten Dachkonstruktionen. Dabei werden jeweils zwei „Sparren“ genannte Balken am First miteinander verbunden. Die parallel zueinander verlaufenden Balkenpaare werden durch quer dazu verlaufende, „Pfetten“ genannte Balken miteinander verbunden und zusätzlich versteift.
  27. PVC:Steht für Polyvinylchlorid, einen häufigen Baustoff. Unterschieden wird in Hart- und Weich-PVC. Hart-PVC findet zum Beispiel für Rohre und Fensterrahmen Verwendung, aus Weich-PVC werden unter anderem kostengünstige und pflegeleichte Fußbodenbeläge gemacht.
  28. Rohbau: Ein Bauwerk, bei dem Kontur und Dachkonstruktion fertig sind, Fenster, Verkleidung und Ausbau aber noch ausstehen. Das Ende der Arbeiten am Rohbau wird mit dem Richtfest gefeiert.
  29. Schnitt: Auch Riss oder Risszeichnung. Eine grafische Abbildung von Längs- oder Querschnitt des Gebäudes.
  30. Spanplatte: Auch Flachpressplatte, bezeichnet eine Platte aus Leim und Holzspänen.
  31. Sparren:Kurz für Dachsparren. So bezeichnet man die Träger, die zwischen dem First eines Daches und der Traufe verlaufen und das Dach tragen.
  32. Sparrendach:Eine der häufigsten Dachkonstruktionen. Dabei werden jeweils zwei (zusammen als „Sparrenpaar“ bezeichnete) Dachbalken am First miteinander verbunden. Unten stützen sie sich auf einen horizontalen Dachbalken, mit dem sie gemeinsam ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Diese Dreiecke werden parallel zueinander aufgestellt und tragen gemeinsam das Dach.
  33. Sperrholz:Ein Holzwerkstoff aus mindestens drei übereinanderliegenden dünnen Holzplatten, die im 90°-Winkel zur Wuchsrichtung der benachbarten Platten miteinander verleimt und verpresst wurden.
  34. Sturz: Als Fenster- oder Türsturz bezeichnet man den oberen Abschluss einer Fenster- oder Türöffnung, der die Lasten der darüberliegenden Wand von der Öffnung weg ins Mauerwerk daneben ableitet.
  35. Tragende Wand:Begrenzt nicht nur den Raum, sondern leitet auch direkt oder indirekt die Gebäudelast ins Erdreich ab und kann deshalb nicht entfernt werden, ohne die statische Integrität des Gebäudes zu gefährden.
  36. Träger:Sind (üblicherweise horizontale) Balken, die Lasten ableiten und so das Bauwerk „tragen“.
  37. Traufe:Die Tropfkante an einem Dach.
  38. Trockenbau: Eine Möglichkeit, nichttragende Raumbegrenzungen einzuziehen. Hierfür werden industriell gefertigte Fertigteile wie z. B. Platten verwendet. Wird zum Ausbau (siehe dort) gerechnet.
  39. Wärmedämmstoff:Materialien, die durch ihre Beschaffenheit die Wärmedämmeigenschaften eines Gebäudes verbessern. Derartige Materialien werden üblicherweise in oder entlang der Wände, Decken oder Fußböden verlegt.
  40. Wiederverfüllen: Sagt man, wenn Gräben oder Vertiefungen nach dem Ausheben wieder mit Material aufgefüllt werden, insbesondere entlang des Fundaments.

 

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