Mit diesen 4 HR-Praktiken können Unternehmen die Mitarbeitermotivation steigern

Veröffentlicht am 23.5.2019 von Halden Ingwersen und Ines Bahr

HR und Talentmanagement unterliegen einem stetigen Wandel, der gerade kleine Unternehmen und die Startup-Welt vor Herausforderungen stellt. Jeder neue HR-Trend wird gleich als der vielversprechendste und „innovativste“ Ansatz der Branche gehandelt, von Möglichkeiten, die besten Nachwuchstalente zu gewinnen, über Talentmanagement-Software bis hin zur perfekten Darstellung der Unternehmensvorteile und -vergünstigungen.

Wie finden wir aber heraus, mit welchen Ideen man am erfolgreichsten und innovativsten die Mitarbeitermotivation steigern kann und welche nur recycelter Abklatsch ausgetretener Pfade sind?

Bilder von motivierten Mitarbeiter auf einem Board

Die Gewinner erkennt man an den Ergebnissen, die sie in der wahren Welt erzielen.

Hat das Unternehmen, in dem diese Strategien angewendet werden, wirklich einen positiven Wandel durchlaufen? Lassen die Ansätze sich wissenschaftlich belegen?

Nachfolgend stellen wir vier innovative HR-Praktiken vor, die halten, was sie versprechen, und erwiesenermaßen die Mitarbeitermotivation steigern.

Vier innovative HR-Praktiken für kleine Unternehmen, welche die Mitarbeitermotivation steigern können

1. Mitarbeiter sind Kunden

 Wie dieser Ansatz funktioniert: Am Anfang dieser Idee standen Markenbotschafter und der Gedanke, dass Mitarbeiter ihre Arbeit so wertschätzen und so begeistert davon sind, dass andere mit dem Unternehmen Geschäfte tätigen wollen. Dieser Impuls ist gewachsen und nun steht die Zufriedenheit der Mitarbeiter auf einer Stufe mit der Zufriedenheit der Kunden.

 Wer ihn einsetzt: Airbnb ernannte 2015 einen globalen Leiter für Mitarbeitererfahrungen, um die Mitarbeitermotivation steigern zu können. Die Ergebnisse waren beeindruckend – das Unternehmen sprang auf Platz 1 der Glassdoor-Liste der 50 besten Arbeitgeber.

 Warum er effektiv ist: Die Zufriedenheit der Mitarbeiter spielt eine große Rolle bei der Mitarbeiterbindung und hat direkten Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens. Angestellte, die den Eindruck haben, dass man kein Vertrauen in sie hat, sie nicht unterstützt werden und nicht Teil eines Teams sind, das sinnvolle Arbeit leistet, bleiben nicht in diesem Unternehmen, sondern suchen sich eine neue Stelle.

Ein Mitarbeiter, der gerade grundlos zusammengestaucht wurde, wird nicht zwei Minuten später freudestrahlend einem Kunden entgegentreten. Wissen Mitarbeiter jedoch, dass sie von ihrem Arbeitgeber geschätzt werden, stehen sie ihren Vorgesetzten und ihrer Arbeitsumgebung positiv gegenüber. In der Interaktion mit der Außenwelt werden sie zu einem Aushängeschild, wenn sie enthusiastisch über ihr Unternehmen sprechen und so gleichzeitig Werbung machen.

2. Hackathons

 Wie dieser Ansatz funktioniert: Hackathons wurden ursprünglich von Computerprogrammierern abgehalten, die gemeinsam ein größeres Probleme lösen wollten. Heutzutage treffen sich auch Mitarbeiterteams über mehrere Tage hinweg in Workshops oder Sitzungen, um ein Problem anzugehen, etwas zu lernen oder gemeinsam zu entwickeln.

 Wer ihn einsetzt: Das Unternehmen AddThis führt seit Jahren erfolgreich Hackathons durch und berichtet darüber in seinem Firmenblog. Den Erfahrungen zufolge fördern Hackathons den Teamgeist sowie die Risikobereitschaft und haben Produkt- und Unternehmensentwicklungen zu Folge, die die Lebensqualität aller Mitarbeiter verbessern.

 Warum er effektiv ist: Als Unternehmen willst du eine Belegschaft, die miteinander arbeitet. Du willst ein kreatives Team, das bereit ist, neue Wege zu gehen und das Unternehmen von innen heraus verbessert. Aber wer hat schon die Zeit oder das Wissen, diese Ziele umzusetzen?

Hackathons sind genau zu diesem Zweck gedacht: Sie sollen die Kreativität fördern und Probleme lösen, gerne auch, bevor sie entstehen. An Kosten fallen gerade mal Catering und ein paar Stunden Arbeitsausfall an, aber das Ergebnis einer solchen Veranstaltung – besonders wenn sie wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur wird – ist unbezahlbar.

3. Zwangsurlaub

 Wie dieser Ansatz funktioniert: „Zwangsurlaub“ mag anfangs hart und widersprüchlich klingen, aber dahinter steckt ein neuer Trend der Startup-Arbeitswelt. In einigen jungen und frischen Unternehmen haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich unbegrenzt Urlaub zu nehmen. Interessanterweise führt diese Freiheit jedoch dazu, dass die Zahl der genommenen Urlaubstage zurückgeht. Zwangsurlaub hilft, diesem Phänomen entgegenzuwirken und hat erholte, ausgeruhte Mitarbeiter mit einem geringeren Burnout-Risiko zur Folge.

 Wer ihn einsetzt: SimpliFlying startete eine Initiative, bei der Mitarbeiter für alle sieben gearbeiteten Wochen eine Woche Urlaub nehmen mussten. Nach einigen Startschwierigkeiten erhöhte das Unternehmen den Abstand auf acht Wochen und verfolgte die Strategie rigoros: Wenn ein sich eigentlich im Urlaub befindlicher Mitarbeiter auf Arbeitsnachrichten antwortete, so wurde das Gehalt für diese Woche gestrichen. Das Ergebnis war fast ausschließlich positiv und führte zu glücklicheren und innovativeren Mitarbeitern, die besser zusammenarbeiteten.

 Warum er effektiv ist: Wenn Mitarbeiter ihren Urlaub wirklich nehmen müssen, so hat dies Folgen, und zwar durchaus positive: Die Zufriedenheit steigt, die Mitarbeiter sind kreativer und die Produktivität nimmt zu, da sie erholter sind. Auch das schlechte Gewissen den Kollegen und der Arbeit gegenüber wird in Schach gehalten und letztendlich werden bessere Ergebnisse geliefert.

4. High Five

 Wie dieser Ansatz funktioniert: Gib mir fünf – damit kann eigentlich jeder was anfangen. Aber wer macht das schon bei der Arbeit? High Five ist durchaus eine Methode zur Förderung der Bindung unter Kollegen. Ein schnelles Lob während des Arbeitstages führt dazu, dass deine Mitarbeiter sich untereinander zugehörig fühlen, was wiederum zur Umsatzsteigerung führt.

Und ein schnelles Abklatschen lässt sich schnell in den Alltag integrieren, zum Beispiel zur Begrüßung oder in einer High-Five-Schlange bei einer Mitarbeiterorientierung.

 Wer ihn einsetzt: Bei WP Engine ist es zum Ende einer Mitarbeiterorientierung Tradition geworden, dass sich alle „alte Hasen“ in einer Reihe aufstellen und ihre neuen Kollegen abklatschen.

Mit dieser einfachen Übung, die gerade mal eine Minute in Anspruch nimmt, fühlen sich die neuen Mitarbeiter willkommen und haben eine kurze, persönliche Interaktion mit jedem im Büro.

 Warum er effektiv ist: Studien zeigen, dass Körperkontakt wichtig für die Bindung und Zusammenarbeit von Teams ist. High Fives sorgen für Zusammenhalt und selbstloses Verhalten, ohne invasiv in die Privatsphäre einzugreifen. Auch im Sport spielt Körperkontakt eine wichtige Rolle, wie diese Untersuchung über die Basketball-Profiliga NBA belegt:

[Video: https://youtu.be/-R9qyWEJuDI]

Wäre es nicht toll, wenn auch dein Team aufgrund einer kleinen Veränderung zu so viel besseren Ergebnissen gelangen könnte?

Mit welchen innovativen Methoden konntest du in deinem Unternehmen die Mitarbeitermotivation steigern?

Finden Hackathons statt oder gebt ihr euch High Fives? Oder verfolgt ihr ganz eigene HR-Strategien? Erzähl uns in den Kommentaren von deinen Erfahrungen bei der Motivation von Mitarbeitern.

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