Was ist Talent-Management und wie unterscheidet es sich vom Personalwesen?

Veröffentlicht am 9.10.2018 von Ines Bahr

Im Grunde sind Talent-Management und Personalwesen wie Schwestern:

Sie sehen gleich aus, hören sich gleich an, klauen sich gegenseitig die Klamotten aus dem Schrank. Wenn man sie nicht gut kennt, kann es schwer sein, sie auseinanderzuhalten. Aber das hindert sie natürlich nicht daran, sich fürchterlich aufzuregen, wenn sie mit dem falschen Namen angesprochen werden!

Personalwesen und Talent-Management sind nicht identisch, aber sie sind sich ziemlich ähnlich.

Was sind die Unterschiede zwischen Talent-Management und Personalwesen

Ein Blick auf Capterras Listen für Talent-Management-Software und HR-Software zeigt viele Überschneidungen.

Aber was genau ist Talent-Management und in welcher Beziehung steht es zum klassischen Personalwesen?

Wenn dir der Unterschied nicht ganz klar ist, passt deine Mitarbeiterführung unter Umständen nicht zu deinem Unternehmen. Ein Personalkonzept, das nicht zu deinen Mitarbeitern und Unternehmenszielen passt, kann dich wiederum schnell vom rechten Weg abbringen.

Um eine Softwarelösung zu finden, mit der du deine Unternehmensziele schneller erreichst, solltest du dich also mit dem Unterschied beschäftigen.

Was ist Talent-Management?

Wikipedia definiert es als „die Gesamtheit personalpolitischer Maßnahmen in einer Organisation zur langfristigen Sicherstellung der Besetzung kritischer Rollen und Funktionen.“

Aber was bedeutet das eigentlich? Beim Talent-Management verschiebt sich der Schwerpunkt bei den Überlegungen zur Einstellung, Einarbeitung und Bindung wichtiger Mitarbeiter.

Wo bisher die Frage war, ob jemand tatsächlich der oder die Richtige für eine Position ist, überlegt man jetzt nicht nur, ob die entsprechende Person für die offene Stelle in Frage kommt, sondern auch, ob sie insgesamt zum Unternehmen passt und eventuell für zukünftig zu besetzende Stellen geeignet sein könnte.

Talent-Management ist eine umfassende und ganzheitliche Strategie für die Rekrutierung, Einarbeitung, Weiterbildung und Bindung von Spitzenkräften.

Du fragst dich: „Aber ist das nicht genau das, was das klassische Personalwesen macht?“ Nicht ganz.

Stell dir das Talent-Management als die jüngere Schwester des Personalwesens vor. Sie haben viel gemeinsam, aber das Talent-Management ist ein wenig jünger, ein wenig unerfahrener und ein bisschen netter.

Was ist Personalwesen?

Du kennst deine Personalerin schon immer. Sie handelt überlegt und verantwortungsbewusst, aber nicht so trendorientiert wie das Talent-Management. Sie war als Erste da – und die allermeisten Leute vergleichen das Talent-Management mit ihr.

Im Mitarbeitermanagement werden Angestellte naturgemäß als Ressourcen betrachtet.

Wer passt am besten auf welche Position? Wie kann ich meine Leute am besten führen? Wie können die Angestellten ihr Unternehmen am besten unterstützen? Wie sichere ich die Mitarbeiterzufriedenheit?

Talent-Management und Personalwesen übernehmen also im Grunde sehr ähnliche Aufgaben, (nämlich die Organisation deiner Personalbedürfnisse), verwenden aber unterschiedliche Ansätze. Schauen wir mal, wo sie sich noch unterscheiden, dann kannst du die Schwestern in Zukunft vielleicht richtig ansprechen.

Wie sich Talent-Management und Personalwesen unterscheiden

In beiden Bereichen geht es darum, Mitarbeiter zu führen und zu verwalten, aber an einigen entscheidenden Stellen unterscheiden sie sich:

  • In der Struktur: Einstellung, Einarbeitung, Weiterbildung und Bindung der Mitarbeiter sind zentral in der Personalabteilung zusammengefasst. Im Talent-Management sind viele dieser Aufgaben auf eigene Abteilungen oder Arbeitsgruppen überall im Unternehmen verteilt. So ist jeder in der Organisationsstruktur mitverantwortlich und hat ein echtes Interesse an den Vorgängen.
  • In der Aufgabenverteilung: Das klassische Personalwesen hat einen stärkeren Fokus auf verwaltende Tätigkeiten. Personalabteilungen befassen sich mit Lohn- und Gehaltszahlungen, Urlaubs- und Auszeiten, Vergünstigungen und Beschwerden. Demgegenüber hat das Talentmanagement einen engeren Fokus: Es geht einzig um die Identifizierung und Entwicklung von Spitzentalenten im Unternehmen. Ein bisschen wie der Unterschied zwischen der beruflichen Weiterbildung und der Arbeitszeitüberwachung: Beide Aufgaben sind für das Unternehmen von großer Bedeutung, aber das eine ist viel stärker verwaltend als das andere.
  • In der Umsetzung: Das Talent-Management ist strategisch und oft als eine unternehmensweite Langzeitstrategie aufgestellt, die in enger Verbindung mit den allgemeinen Unternehmenszielen steht. Das Personalwesen hingegen ist eher taktisch und stärker auf das Tagesgeschäft der Mitarbeiterführung ausgerichtet.

Und was brauche ich jetzt?

Das hängt stark vom Einzelfall ab.

Man kann nicht generell sagen, dass eine Methode die beste wäre. Es handelt sich vielmehr um zwei verschiedene Ansätze dafür, wie man die Mitarbeiter im eigenen Unternehmen organisieren kann. Möglicherweise ist auch beides erforderlich, um die Wachstums- und Entwicklungsziele eines Unternehmens zu erfüllen.

Wenn du dich fragst, auf welche der beiden Möglichkeiten sich dein kleines Unternehmen nun konzentrieren sollte, dann frage dich, was die Abteilung erreichen soll und wie sie sich in deine allgemeine Unternehmensstruktur und -kultur einfügen könnte.

Du suchst einen entspannteren Ansatz, der auf die Mitarbeiterentwicklung ausgerichtet ist? Das wäre eher ein Fall fürs Talent-Management.

Du brauchst ein verwalterisches, zielorientiertes Team, das viele organisatorische Aufgaben übernimmt? Dann solltest du dich näher mit dem Personalwesen befassen.

Du willst beides? Dann mach beides! Das geht ganz prima auch zusammen.

Welche Software brauche ich?

Mal abgesehen von den sich unterscheidenden Definitionen liegt der größte Unterschied zwischen Personalwesen und Talent-Management darin, welche Software du dafür jeweils brauchst.

Soll der Fokus eher aufs Personalmanagement gelegt werden, solltest du nach eher verwaltenden Programmen schauen. Sinnvolle Funktionen sind zum Beispiel eine Nachverfolgung von Vergünstigungen, Abwesenheiten und Zeitplänen (je nachdem, ob du z. B. feste Präsenzzeiten oder einen Schichtplaner benötigst), eine digitale Personalakte sowie Hilfe bei der Organisation von Lohn- und Gehaltszahlungen oder beim Employee Life Cycle Management.

Wenn du den Schwerpunkt aufs Talent-Management legen möchtest, benötigst du Software, die die Leistungen von Mitarbeitern auswerten kann. Auch ein Mitarbeiterportal ist sinnvoll, damit die Abteilung nicht zu sehr in sich geschlossen wirkt und stärker mit dem Alltag deiner Angestellten verflochten ist.

Und natürlich gibt es auch einen Mittelweg. Überleg dir einfach, welche Funktionen du haben willst und such dir eine Software heraus, die deinen Bedürfnissen entspricht. Wenn es passt, ist doch egal, ob auf der Packung „Personalwesen“ oder „Talentmanagement“ steht.

Wie definierst du den Unterschied zwischen Talent-Management und Personalwesen?

Hast du Erfahrung mit der Einführung von Talent-Managementstrategien in deinem Unternehmen? Hast du ein anderes Verständnis der beiden Begriffe? Hinterlass unter diesem Artikel einen Kommentar.

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