Was ist ein Datenbankmanagementsystem und warum ist es so wichtig?

Veröffentlicht am 12.7.2022 von Ines Bahr und Saumya Srivastava

Ein robustes Datenbankmanagementsystem ermöglicht Unternehmen eine schnelle und effektive Entscheidungsfindung. Was ist ein Datenbankmanagementsystem genau? Das erklären wir in diesem Artikel.  

Was ist ein Datenbankmanagementsystem und warum ist es so wichtig?

Daten bilden die unverzichtbare Grundlage für viele wichtige Entscheidungen in Unternehmen. Damit das funktioniert, müssen sie zugänglich sein und ordnungsgemäß verwaltet werden. Doch wie sieht ein gutes Datenmanagement aus und was ist nötig, damit alle Abläufe im Unternehmen reibungslos laufen? Datenbankmanagementsysteme liefern die Antwort.

Was ist ein Datenbankmanagementsystem? Datenbankmanagementsysteme erleichtern die Speicherung, Organisation und gemeinsame Nutzung von Daten in Unternehmen. Sie erfassen die Daten aus den verschiedenen genutzten Tools, Plattformen und Anwendungen und speichern sie zentral, dasmit sie leicht durchsucht und abgerufen werden können. Auch das Risiko für Datenverluste, die Abläufe verzögern oder behindern könnten, wird somit reduziert.

Wenn du regelmäßig mit Daten arbeitest oder dich mit den alltäglichen Herausforderungen der Datenbankverwaltung beschäftigst, ist dieser Artikel das Richtige für dich. Wir liefern Antworten auf die Fragen: Was ist ein Datenbankmanagementsystem und wie kann ich damit die Datenintegrität sicherstellen und Datenverwaltungsprozesse optimieren?

Was ist ein Datenbankmanagementsystem?

Ein Datenbankmanagementsystem (DBMS) ist per Definition eine Softwareplattform, mit der man Daten speichern und organisieren kann. Das System erstellt eine einzelne zentrale Datenquelle, die von allen Stakeholdern und Abteilungen genutzt werden kann. Mit Funktionen für die Datenmanipulation, Analysen und Berichten ermöglicht es Unternehmen, Datenpunkte besser zu nutzen.

Das DBMS dient als Schnittstelle zwischen deinen Datenbanken und deinen Teams. Je nach erteilten Berechtigungen können Mitarbeitende Daten in den Datenbanken hinzufügen, aktualisieren, löschen oder auf sie zugreifen. Datenbankmanagementsoftware eignet sich für folgende Zwecke:

  • Datenmanagement: Geschäftliche Daten speichern, verwalten, kategorisieren und aktualisieren
  • Abruf von Daten: Per Suchfunktion bestimmte Datenpunkte finden
  • Abfragen: Mit Abfragen bestimmte Aktionen wie Berechnungen durchführen
  • Datenreplikation: Doppelte Instanzen von Daten erstellen und als verteilte Datenbank für Mitarbeitende verwenden
  • Datensicherheit: Sicherstellen, dass Daten vor Hackerangriffen, nicht genehmigten Zugriffen und Fehlern wie dem versehentlichen Löschen von Daten geschützt sind
  • Datenkonvertierung: Daten von einer Datenbank in die andere übertragen (auch Datenmigration genannt)

Weshalb braucht man ein Datenbankmanagementsystem?

Wenn Daten ein zentraler Bestandteil deines Jobs sind, bietet ein Datenbankmanagementsystem dir mehrere Vorteile. Es hilft bei der strukturierten Datenverwaltung und sorgt dafür, dass Daten unkompliziert genutzt und geteilt werden können. Außerdem befreit es dich von zeitraubenden manuellen Aufgaben bei der Datenverarbeitung, etwa wenn du bestimmte Datenpunkts suchst und mit Teams teilen möchtest.

Zusätzlich sorgt Datenbankmanagementsoftware dafür, dass Geschäftsdaten nur mit den relevanten internen und externen Beteiligten geteilt werden. Dies reduziert das Risiko von Informationsverlusten oder unbefugten Zugriffen.

Implementierung eines Datenbanksystems in deine Arbeitsabläufe bietet einige Vorteile:

  • Höhere Produktivität dank weniger datenbezogenen Fehlern
  • Schnellere Entscheidungsfindung durch den schnellen und ununterbrochenen Zugriff auf Daten
  • Verbesserte Datenfreigabe und -sicherheit durch die Zugriffsbeschränkung auf autorisierte Personen

Ob dein Unternehmen Datenbankmanagementsoftware benötigt, hängt davon ab, wie deine Teams Daten verwenden. Manche nutzen sie für alltägliche Rechercheprozesse (normale Priorität), andere für die Entwicklung von Softwaretools (hohe Priorität). Behalte solche Nutzungsszenarien im Kopf, wenn du entscheidest, ob du diese Art Software nutzen möchtest.

Arten an Datenbankmanagementsystemen

1. Relationales Datenbankmanagementsystem

Eine relationale Datenbank ist eine Sammlung von Daten, die zueinander in Beziehung stehen, sodass verschiedene Datenpunkte für eine bessere Nutzbarkeit kombiniert werden können. Die Verbindungspunkte können Zeiten, Daten oder Logiken sein und die Beziehung kann folgendermaßen kategorisiert werden:

  • Eins zu eins: Ein Datenpunkt in einer Tabelle ist mit einem Datenpunkt in einer anderen Tabelle verbunden.
  • Eins zu viele: Ein Datenpunkt in einer Tabelle ist mit mehreren Datenpunkten in einer anderen Tabelle verbunden.
  • Viele zu eins: Mehrere Datenpunkte in einer Tabelle sind mit einem Datenpunkt in einer anderen Tabelle verbunden.
  • Viele zu viele: Mehrere Datenpunkte in einer Tabelle sind mit mehreren Datenpunkten in einer anderen Tabelle verbunden.

Ein relationales Datenbankmanagementsystem ist Software für die Speicherung und gemeinsame Nutzung von relationalen Datenbanken. Es organisiert die Daten in einer relationalen Datenbank, indem es funktionale Abhängigkeiten zwischen mehreren Datenpunkten erstellt. Außerdem speichert es die Daten auf organisierte Weise, sodass Mitarbeitende die für ihre täglichen Aufgaben benötigten Daten leichter finden.

Relationale Datenstrukturen nutzen SQL (Structured Query Language), damit Angestellte Abfragen ausführen und die benötigten Informationen finden können. Auf relationale Datenbankmanagementsysteme trifft typischerweise Folgendes zu:

  • Sie speichern große Datenmengen
  • Sie ermöglichen den schnellen Datenabruf
  • Sie ermöglichen den simultanen Zugriff auf mehrere Datenelemente

2. Objektorientiertes Datenbankmanagementsystem

Eine objektorientierte Datenbank ist eine Sammlung von Daten, die in Form eines Objekts dargestellt werden. Mehrere Datenpunkte werden zu einer einzelnen Einheit bzw. einem Objekt kombiniert und können so leichter gefunden und verwendet werden. Diese Art Datenbank wird für High-Performance-Aufgaben verwendet, die eine schnellere Entscheidungsfindung erfordern, etwa die Softwareentwicklung und Programmierung.

Ein objektorientiertes Datenbankmanagementsystem speichert und verwaltet Datenbanken als Objekte. So kannst du nach ganzen Objekten statt einzelnen Datenpunkten suchen und die Suche erfolgt schneller. Auf eine objektorientierte Datenbankstruktur trifft üblicherweise Folgendes zu:

  • Es besteht eine direkte Beziehung zwischen Datenbankobjekten und realen Szenarien, sodass die Objekte nicht ihren Zweck verlieren
  • Mithilfe eindeutiger Objektidentifikatoren können Objekte schnell gefunden und verwendet werden
  • Verschiedene Datentypen wie Bilder, Texte und Grafiken werden verarbeitet

3. Hierarchisches Datenbankmanagementsystem

Eine hierarchische Datenbank ist eine Sammlung von in einer baumartigen Struktur organisierten Daten, die durch Links miteinander verbunden sind. Dabei sind sie von oben nach unten angeordnet: Der primäre Datenpunkt ist oben und die sekundären Datenpunkte folgen in der Hierarchie je nach ihrer Relevanz. Ein gutes Beispiel für eine hierarchische Datenbank ist die Organisationsstruktur eines Unternehmens.

Ein hierarchisches Datenbankmanagementsystem speichert und verwaltet hierarchische Datenbanken. Dabei sorgt es auf Grundlage der Verwendung in Arbeitsprozessen für genaue Datenhierarchien und -flüsse. Auf Daten in hierarchischen Systemen trifft üblicherweise Folgendes zu:

  • Sie können einfach hinzugefügt und gelöscht werden
  • Sie können einfach gesucht und abgerufen werden
  • Sie folgen einem Eins-zu-viele-relationalen Datenmodell

4. Netzwerk-Datenbankmanagementsystem

Eine Netzwerkdatenbank ist eine Sammlung von Daten, bei denen jeder Datenpunkt mit mehreren primären und sekundären Datenpunkten verbunden ist. Die miteinander verknüpften Datenpunkte machen dieses Datenmodell bei der Nutzung flexibler.

Ein Netzwerk-Datenbankmanagementsystem speichert und verwaltet die miteinander verbundenen Datenpunkte in einer Netzwerkdatenbank. Diese Software wurde entwickelt, um die Nachteile hierarchischer Datenbankmodelle auszugleichen: Diese ermöglichen abgesehen vom Fluss von oben nach unten keine Verbindung zwischen Datenpunkten. Auf Netzwerk-Datenbanksysteme trifft typischerweise Folgendes zu:

  • Sie ermöglichen einen schnellen Datenzugriff
  • Sie unterstützen Viele-zu-viele-relationale Datenbankmodelle
  • Sie ermöglichen die Erstellung und Verwaltung komplexer Datenbankstrukturen

Wer verwendet Datenbankmanagementsysteme?

In der nachstehenden Tabelle findest du ein paar Beispiele dafür, welche Berufsgruppen Datenbankmanagementsysteme verwenden. Natürlich gibt es noch viele weitere Tätigkeiten, bei denen Daten eine hohe Priorität haben.

Berufsfeld: Anwendungsprogrammierung

Nutzung: In diesem Bereich werden Datenbanken bei der Entwicklung von Softwareanwendungen und -tools verwendet. Meist nutzen Teams objektorientierte Datenbankmanagementsysteme, um Code zu schreiben, und konvertieren ihn dann für eine bessere Nutzbarkeit in Objekte. Durch die Konvertierung großer Codes in kleinere Objekte wird die Handhabung leichter, insbesondere wenn es darum geht, die Leistung der entwickelten Anwendungen zu prüfen.

Berufsfeld: Datenanalyse

Nutzung: Analyseteams erfassen geschäftliche Rohdaten und organisieren sie in Datenbanken. Meist nutzen sie SQL in einem relationalen Datenbankmanagementsystem, um Rohdaten zu identifizieren, nützliche Erkenntnisse aus ihnen zu gewinnen und diese in Informationen für die geschäftliche Entscheidungsfindung zu verwandeln.

DBMS-Softwareanwendungen werden z. B. auch in den folgenden Bereichen eingesetzt:

  • Eisenbahn-Reservierungssysteme: Mithilfe von Datenbankmanagementsystemen werden Informationen wie Fahrkartenbuchungen, Abfahrtszeiten und Ankunfts-/Abfahrtsstatus verwaltet.
  • Bibliotheksverwaltung: In Bibliotheken werden mit DBMS die vorhandenen Bücher verwaltet, ebenso wie z. B. Ausgabedaten, Kundeninformationen und Autorennamen.
  • Bank- und Finanzwesen: Banktransaktionen, Zahlungsmethoden, Kontodaten und mehr werden in DBMS gespeichert.
  • Bildungseinrichtungen: Datenbankmanagementsysteme dienen der Verwaltung von Studierenden, Kursen, Veranstaltungszeiten und Anwesenheiten.

Verbessere mit Datenbankmanagementsystemen die Entscheidungsfindung im Unternehmen

Daten sind der Schlüssel für eine bessere Entscheidungsfindung. Sorge dafür, dass deine Geschäftsdaten zugänglich, sicher und effektiv nutzbar sind, damit dein Datenbestand dir wirkliche Vorteile bietet.

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Über den Autor oder die Autorin

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.

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