Deinen E-Commerce Shop erstellen mit dem richtigen Tech-Stack

Veröffentlicht am 20.4.2022 von Ines Bahr

Willst du einen einen E-Commerce Shop erstellen? Damit du beim Einstieg in die Welt des E-Commerce gut gerüstet bist, geben wir dir in diesem Artikel einen Überblick darüber, aus welchen Tools dein Tech-Stack für deinen Onlineshop bestehen könnte. Neben E-Commerce-Software solltest du einen Blick auf weitere Produkte, wie Software zur Erhöhung der Cybersicherheit oder Live-Chat-Software zur Verbesserung des Kundenservices werfen.

Deinen E-Commerce Shop erstellen mit dem richtigen Tech-Stack

Der Onlinehandel boomt, und das nicht erst seit Beginn der COVID-19-Pandemie. Doch die Zeit der Lockdowns und Kontaktbeschränkungen hat dem E-Commerce einen zusätzlichen Schub gegeben: Der Umsatz im Onlinegeschäft ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 15 % gestiegen, 2021 um weitere 19 %. Heutzutage wird fast jeder fünfte Euro, der im Einzelhandel ausgegeben wird, über das Internet ausgegeben und ein großer Teil der Unternehmen bietet seine Produkte und Dienstleistungen mittlerweile auch online an. 

Damit auch du deinen E-Commerce Shop erstellen bzw. ausbauen kannst, wollen wir dir im Folgenden einen Überblick zu Softwarekategorien geben, die du zum Aufbau deines E-Commerce Tech-Stacks in Betracht ziehen solltest. Ein Tech Stack ist eine Mischung aus Cloud-basierten Software-Tools, die zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Geschäftsziel zu erreichen. Diese Tools können direkt miteinander integriert sein oder über Drittanbieter-Tools integriert werden. 

Einen E-Commerce Shop erstellen

Die wichtigste Software, um einen E-Commerce Shop zu erstellen, ist eine gute E-Commerce-Lösung. Dabei handelt es sich um All-in-One-Lösungen, die bereits viele der weiteren in diesem Artikel genannten Bereiche abdecken. Die Schwerpunkte sind dabei je nach Software unterschiedlich, sodass es sich lohnt, die Lösungen genauer unter die Lupe zu nehmen und in einzelnen Bereichen gegebenenfalls mit zusätzlicher Software zu ergänzen. Behalte bei der Entscheidung für neue Softwaretools im Blick, welche Integrationsmöglichkeiten die von dir gewählten Tools bieten, damit am Ende dein ganzer Tech-Stack nahtlos zusammenarbeitet.

E-Commerce-Software stellt deinen Shop online und bietet dir die Nutzungsoberfläche, in der du Produkte einpflegst, Verkäufe analysierst und teils auch Zahlungen erhältst. Sie entscheidet somit, wie dein Onlineshop aussieht und welche Funktionen er bietet. Oft hast du mehrere Shopdesigns und -vorlagen zur Auswahl oder kannst ein ganz eigenes Design erstellen. 

Ein Beispiel Online-Shop in Shopify
Ein Beispiel Online-Shop in Shopify (Quelle)

Achte bei der Auswahl darauf, dass deine Software datenschutzkonform arbeitet, sichere Zahlungsgateways bietet und eine unbegrenzte Anzahl an Produkten, Verkäufen, Seitenbesuchen und Kunden verarbeiten kann. Auch Berichts- und Analysefunktionen, ein integrierter Kundensupport und Funktionen zum Anbieten von Gutscheinen, Rabatten und Geschenkgutscheinen sind sinnvoll, genauso wie Funktionen zur Suchmaschinen-Optimierung. Integrierte künstliche Intelligenz (KI) Funktionen können interessierten Personen genau die Produkte empfehlen, die sie interessieren, oder passende Sonderangebote und Rabatte vorschlagen. Einige Lösungen kannst du mit sozialen Medien sowie anderen Onlineshops wie Amazon, Rakuten, eBay oder Etsy verknüpfen und oft lassen sich mehrere Onlineshops gleichzeitig verwalten. 

Dabei unterscheiden sich Systeme für den Business-to-Business (B2B) und den Business-to-Customer (B2C) Vertrieb. E-Commerce-Software gibt es als On-Premises-Lösung genau wie als Cloudbasierte-Software und auch zahlreiche Open-Source-Systeme sind verfügbar. Oft funktioniert die Software nach dem Baukastenprinzip und ist branchenneutral oder durch Add-ons und Module an deine Branche anpassbar.

Online-Zahlungsoptionen bereitstellen 

Damit deine Kundschaft den Kauf auch wirklich abschließt und nicht kurz vorher frustriert aufgibt und zur Konkurrenz wechselt, sollte der Zahlungsprozess in deinem Onlineshop so reibungslos wie möglich verlaufen. Wenn dein Shop nur wenige Zahlungsmethoden anbietet, kannst du einen Teil deiner potenziellen Kundschaft verlieren. Du solltest nie davon ausgehen, dass eine bestimmte Zahlungsart schon für alle passen wird: Manche haben keine Kreditkarte oder kein PayPal-Konto, andere zahlen bei Onlinekäufen bevorzugt per Nachnahme oder ausschließlich per Lastschrift. Wähle daher einen Zahlungsanbieter, der möglichst viele Zahlungsweisen abdeckt. 

Idealerweise sollte dein Zahlungsdienstleister außerdem einen Schutz vor Zahlungsausfällen bieten. So trägst du bei Zahlungsausfällen nicht selbst das Risiko. Ein Käuferschutz als zusätzlicher Service für deine Kundschaft ist ebenso sinnvoll. Verschiedene Anbieter erheben unterschiedliche Gebühren, etwa eine monatliche Grundgebühr oder einen prozentualen Anteil vom Umsatz. Teilweise ist eine Ratenzahlung möglich.

Umsatzübersicht in Abowire
Umsatzübersicht in Abowire (Quelle)

Kundendaten schützen 

Um das Thema Cyberangriffe kommt in diesen Zeiten kein Unternehmen mehr herum. Die Zahl der Hackerangriffe war 2021 auf einem neuen Höchststand und wird das in diesem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder sein. Dabei sind Onlineshops ein profitables Angriffsziel und auch kleine, unbekanntere Unternehmen sollten sich nicht sicher fühlen: Auch sie geraten häufig in den Fokus von Angreifern und können im Vergleich zu Großkonzernen die finanziellen Folgen und Rufschädigungen, die etwa durch einen Ransomware-Angriff oder Datendiebstahl entstehen, noch schlechter abfedern. Daher sollten alle, die einen Onlineshop betreiben, auf umfangreiche Schutzmaßnahmen achten und entsprechende Software einsetzen, etwa Firewalls oder Software für den Schutz vor DDoS-Angriffen. 

Häufig sind in E-Commerce-Lösungen bereits Sicherheitsfunktionen integriert, doch es ist sinnvoll, diese beispielsweise durch Software zum Schutz deiner eigenen IT-Umgebung zu ergänzen. Achte bei der Wahl eines Shopanbieters zudem darauf, wo deine Daten und die Daten deiner Kundschaft gespeichert und wie sie verarbeitet werden. Häufig kommt es beim Onlinehandel auch zu Betrugsfällen, etwa durch Identitätsdiebstahl oder die Zahlung mit nicht gedeckten Konten. Daher sind Funktionen wie Bonitäts- und Plausibilitätsprüfungen, Adressverifikationen und Doppelbuchungssperren sinnvoll.

IT-Sicherheitssoftware Enginsight
IT-Sicherheitssoftware Enginsight (Quelle)

Einen Kundenstamm aufbauen 

Die Kundenbindung aufrechterhalten

Damit dein Onlineshop zum Erfolg wird, brauchst du natürlich vor allem eines: Kundschaft! Und zwar idealerweise solche, die nicht nur einmal bei dir kauft, sondern immer wieder kommt. Neue Kundschaft zu gewinnen ist deutlich schwieriger und kostspieliger als die vorhandene Kundschaft an dich zu binden. Daher solltest du auch das Thema Kundenbindung nicht dem Zufall überlassen. 

Der Kundenlebenszyklus beginnt beim ersten Kontakt einer Person mit deinem Unternehmen (beispielsweise über eine Suchanfrage, eine Werbeanzeige oder in sozialen Medien) und von diesem Augenblick an gilt es, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die Person soll sich bei dir gut aufgehoben und individuell angesprochen fühlen, sei es über einen personalisierten E-Mail-Newsletter oder schnelle, zuverlässige Hilfe bei Supportanfragen. Auch Bonussysteme wie Treuepunkte und andere Prämienprogramme sind beliebte Maßnahmen zur Kundenbindung. 

Bei der Umsetzung hilft dir ein CRM-System (Customer Relationship Management bzw. Kundenbeziehungsmanagement). Diese Software hilft dir, Kundenkonten und -daten zentral zu verwalten, Kundeninteraktionen auf verschiedenen Kanälen zu erfassen und über Analysen und Vertriebsprognosen nützliche Erkenntnisse über dein Geschäft zu gewinnen. 

Das CRM-System von TecArt
Das CRM-System von TecArt (Quelle)

Kunden mit E-Mail-Newslettern ansprechen

Auch wenn soziale Medien und andere Kanäle für das Marketing immer wichtiger werden, gehören E-Mail-Newsletter immer noch zu den erfolgreichsten Werkzeugen für die Kundenbindung. Dabei kannst du mit Newslettern mittlerweile sehr viel mehr tun als nur ein und dieselbe Infomail an eine lange Empfängerliste zu versenden. 

E-Mail-Marketing-Tools bieten dir vielfältige Möglichkeiten, E-Mails als Marketingwerkzeug einzusetzen. Du kannst deine Kundenliste segmentieren, also beispielsweise nach demografischen Merkmalen, Wohnort, Interessen oder bisherigen Käufen aufteilen, und verschiedene Newsletter an verschiedene Zielgruppen versenden. Dazu kommen bei den meisten E-Mail-Marketing-Tools verschiedenste Optionen zur Personalisierung, die weit darüber hinausgehen, nur den Namen einer Person in die Begrüßung zu setzen: Du kannst beispielsweise automatisiert unterschiedliche Newsletter an Personen senden lassen, die zum ersten Mal bei dir eingekauft haben oder schon lange nicht mehr auf deiner Seite waren, Produktempfehlungen basierend auf ihren letzten Käufen senden oder ihnen einen Rabatt für ihr häufig gekauftes Lieblingsprodukt bieten. 

A/B-Tests und andere Analysefunktionen helfen dir herauszufinden, welche Strategie dabei am erfolgreichsten ist. Auch Elemente deines Onlineshops wie Bilder oder Produktbeschreibungen lassen sich automatisch in einen Newsletter einbinden.

E-Mail-Marketing automatisieren mit Maileon
E-Mail-Marketing automatisieren mit Maileon (Quelle)

Online-Kundensupport anbieten

Newsletter und E-Mails sind ein gutes Werkzeug für die Kundenkommunikation, doch insbesondere, wenn es um schnelle Anfragen oder den Support geht, wünschen sich viele einen direkteren Draht zu einem Unternehmen. Hier kommen Live-Chat-Tools ins Spiel: Mit einem in deinem Onlineshop eingebundenen Chatfenster kannst du deine Website-Besucher direkt begrüßen und Fragen zu Produkten unmittelbar beantworten. Durch diese Weise verhinderst du, dass sie deinen Shop ohne einen Kauf verlassen, weil sie eine Information nicht schnell genug gefunden haben und lieber woanders weitersuchen. 

Nach einem Kauf können sie über den Chat schnell deinen Kundenservice erreichen und müssen nicht lange danach suchen, wo sie eine Supportanfrage stellen können. Falls dein Team Anfragen nicht rund um die Uhr selbst beantworten kann, können Chatbots die Anfragen erfassen und entweder an dein Team weiterleiten oder auf Self-Service-Hilfeseiten oder eine Wissensdatenbank verweisen.

Live-Chat in Userlike
Live-Chat in Userlike (Quelle)

Deinen Lagerbestand verwalten

Je stärker dein Onlineshop wächst, desto wichtiger wird es, deinen Lagerbestand, Bestellungen und Lieferprozesse genau im Blick zu behalten, damit es nicht plötzlich zu Engpässen kommt. Die Grundlage hierfür bietet ein Warenwirtschaftssystem bzw. ERP-System (Enterprise Resource Planning), das deine Warenbestände verwaltet und alle Daten zu Einkauf, Verkauf und Lager an einem Ort zusammenfasst. 

Du kannst Angebote, Aufträge, Rechnungen und Warenein- und -ausgänge verwalten und die Auftragsabwicklung automatisieren, etwa die Zusammenstellung von Aufträgen oder die Erstellung von Lieferscheinen. Schnittstellen zu Versanddienstleistern bieten die Möglichkeit, direkt Versandetiketten zu generieren In manchen ERP-Systemen sind Onlineshops bereits integriert, sodass du kein eigenes Shopsystem brauchst und Bestands- und Artikelinformationen direkt abgeglichen werden, andere bieten Schnittstellen zu Onlineshops oder Plattformen wie Amazon. Damit kannst du Verfügbarkeiten in deinem Shop in Echtzeit anzeigen. Oft kannst du auch Kundendaten direkt im ERP-System verwalten.

ERP-Lösung Xentral
ERP-Lösung Xentral (Quelle)

Ein einheitliches Markendesign pflegen

Nicht nur eine gute Kundenkommunikation und Produktverwaltung sind wichtig für einen erfolgreichen Onlineshop, sondern auch das Aussehen deines Onlineshops selbst, deiner Produktbilder, Newsletter und Social-Media-Beiträge. 

Oft bieten Onlineshop- oder Newsletter-Tools bereits integrierte Designfunktionen, doch vermutlich werden diese dir nicht ausreichen, wenn du plattformübergreifend für ein einheitliches Design sorgen oder etwa Bilder für Instagram im Design deines Unternehmens erstellen willst. Dazu kommen möglicherweise Broschüren, Flyer oder andere Werbematerialien, die du drucken lassen möchtest, um deinen Onlineshop auch offline zu bewerben. 

Grafikdesigntools bieten für solche Zwecke zahlreiche Designvorlagen und häufig auch Zugriff auf Stockfotos und andere Grafiken, die du für deine Designs verwenden kannst.

Bildbearbeitung in Xara Designer Pro X
Bildbearbeitung in Xara Designer Pro X (Quelle)

Integriere die Tools, um deinen Tech Stack optimal zu nutzen

Erst durch Integrationsmöglichkeiten können die verschiedenen Tools deines E-Commerce-Stacks miteinander interagieren. Die meisten Tools bieten integrierte Integrationen (d.H. direkte Verbindungen zwischen zwei oder mehr Anwendungen) oder Integrationen über Drittanbieter-Tools wie Zapier oder IFTTT.

Wenn die von dir gewählten Tools nicht direkt integriert werden können, solltest du sicherstellen, dass die Daten von einem zum anderen Tool übertragen werden können (über Excel- oder CSV-Datei). Dieser manuelle Weg ist jedoch nicht der Beste. 

Tipps, wie dein Unternehmen die Softwaresuche angehen kann:

  • Recherchiere die Preise der Software und auch die Preise der Upgrades. Falls dein Unternehmen wächst oder mehr Nutzer einen Sitz brauchen, sollte der Preis eines Updates immer noch im Budget liegen. 
  • Nutzerbewertungen auf unabhängigen Bewertungsplattformen zu lesen hilft deinem Unternehmen, sich ein besseres Bild über die Vor- und Nachteile der Tools zu machen. 
  • Viele Tools bieten eine kostenlose Testversion an. Mache eine Liste deiner Favoriten und registriere dich für die kostenlose Testversion, um die Benutzerfreundlichkeit der Produkte zu testen. 
  • Vergiss nicht die Integrationsfähigkeit der verschiedenen Tools zu überprüfen! 
Wie geht es weiter? Wirf einen Blick auf unser E-Commerce-Software Verzeichnis, um das passende Tool zu finden.

Hinweis: Die in diesem Artikel ausgewählten Anwendungen sind Beispiele, um eine Funktion im Kontext zu zeigen und sind nicht als Befürwortung oder Empfehlung gedacht. Sie stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als zuverlässig galten. 

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Über den Autor oder die Autorin

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.

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