Was ist Supply Chain Management?

Veröffentlicht am 4.8.2021 von Pritam Tamang, Andrew Marder und Ines Bahr

Supply Chain Management – was ist das? Und was macht ein Supply Chain Manager eigentlich? Damit beschäftigen wir uns in diesem Artikel und zeigen auf, warum das Thema für dein Unternehmen entscheidend sein kann.

Was ist Supply Chain Management?

Supply Chain Management ist das Rückgrat, das die Weltwirtschaft am Laufen hält. Hinter jedem Auto, Smartphone oder Hundespielzeug steht eine lange Reihe von Arbeitskräften, Komponenten und Transporten, aus denen sich die Lieferkette zusammensetzt. Und ein gutes Management dieser Lieferkette kann den Unterschied zwischen einem leidlich erfolgreichen und einem branchenführenden Unternehmen machen.

Wir wollen uns anschauen, wie Lieferketten aufgebaut sind, wie traditionelle Managementmethoden aussehen und wie die Zukunft des Supply Chain Managements aussehen wird.

Was ist Supply Chain Management (SCM)?

Supply Chain Management ist ein umfassender Begriff, der die verschiedenen Phasen beschreibt, die ein Produkt oder Service durchläuft, bevor es den Endnutzer erreicht. Dazu gehören Aktivitäten wie Beschaffung und Transport sowie Prozesse wie Produktlebenszyklusmanagement und Kundendienstmanagement.

Das Supply Chain Management zielt hauptsächlich darauf ab, die Erstellung von Produkten oder Dienstleistungen effizienter zu gestalten. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Restaurant. Die Grundlagen sind eindeutig: Jemand kauft Lebensmittel ein, verarbeitet sie und verkauft sie. Das Supply Chain Management kommt bei den Details ins Spiel.

Wenn wir in unserem Restaurant ein Omelett verkaufen wollen, sieht der Prozess ungefähr folgendermaßen aus:

  1. Landwirt A produziert Eier. Landwirt B produziert Käse und Butter. Landwirt C produziert Schinken. (Wir gehen von einem nicht-veganen Omelett aus.)
  2. Die Landwirte A und C verkaufen Eier und Schinken an ein größeres Unternehmen, Lieferant A. Landwirt B arbeitet allerdings nur mit Lieferant B zusammen.
  3. Lieferant A und Lieferant B beliefern das Restaurant unabhängig voneinander. Das Restaurant nimmt die Ware in Empfang und lagert sie anforderungsgemäß.
  4. Morgens bereitet das Restaurant eine bestimmte Menge an Lebensmitteln vor, um Omeletts zu machen.
  5. Sobald eine Bestellung eingeht, werden die Zutaten kombiniert, fertig zubereitet und serviert.
  6. Das Essen wird bezahlt und der Prozess ist abgeschlossen.

Schon ein kurzer Blick auf diese Liste zeigt, wo mögliche Schwachstellen sein könnten. Vermutlich fallen dir auch Stellen auf, an denen das Ganze effizienter gestaltet werden könnte. Vielleicht können wir unsere Molkereiprodukte vom selben Anbieter beziehen oder einige Lebensmittel kombinieren, bevor die Bestellung eintrifft, sofern wir wissen, wie viel wir normalerweise verkaufen.

Mit diesen Überlegungen beginnt das Supply Chain Management. Wir betrachten den gesamten Prozess und versuchen, das Notwendige von dem Überflüssigen zu trennen. Anschließend führen wir Prozesse zusammen, wechseln Leiferanten oder ändern Abläufe, um das System effizienter zu gestalten.

Dabei gilt es, eine gute Balance zu finden und die Lieferkette so weit wie möglich zu verkürzen, ohne dass dabei Engpässe entstehen. Wenn du sämtliche Produkte nur von einem einzigen Lieferanten beziehst, brauchst du einen Backup-Plan für den Fall, dass er Lieferschwierigkeiten hat, die Kosten erhöht oder sein Geschäft aufgibt.

Supply Chain Manager versuchen, den gesamten Prozess von Anfang bis Ende zu optimieren, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen oder neue Risiken einzuführen.

Erfolgreiches Supply Chain Management in der Praxis

Der US-amerikanische Einzelhandelskonzern Walmart ist eine klassische Supply Chain Management-Erfolgsgeschichte. In den 1980ern begann Walmart, die Zwischenhändler aus seiner Lieferkette auszuschließen und stattdessen direkt mit den Lieferanten zusammenzuarbeiten. Anschließend konnte das Unternehmen seine Distributionszentren dezentralisieren und von seiner Größe und der Vielfalt an Lieferanten profitieren.

Walmart konzentrierte sich auf die einzelnen Schritte des Prozesses und reduzierte sie auf ein Minimum. Dies gelang unter anderem durch die Implementierung eines VMI-Systems (Vendor Managed Inventory). Über dieses System teilt Walmart eine große Menge an Vertriebsdaten mit seinen Händlern und Lieferanten und überträgt ihnen die Verantwortung für die Verwaltung der Lagerbestände.

Dies bietet Walmart und seinen Lieferanten zahlreiche Vorteile: Vor allem kommt es so seltener vor, dass Waren nicht vorrätig sind. 1989 hatte Walmart seine Vertriebskosten auf weniger als 2 % seiner gesamten Umsatzkosten gesenkt.

Walmart entschied sich für weitere Optimierungen und direkte Beziehungen zu Lieferanten und Händlern. Mittlerweile nutzen auch viele Spitzenrestaurants und Kaffeeröstereien dieses System. Statt sich auf Marktpreise und klassische Lieferfristen zu verlassen, wenden sich Unternehmen direkt an die Produzenten und passen Lieferungen, Zahlungen und Versand an ihre Bedürfnisse an.

Walmart setzte Maßstäbe für das Lieferkettenmanagement im 20. Jahrhundert, aber mittlerweile befinden wir uns im 21. Jahrhundert. Im Supply Chain Management ist so einiges im Wandel und neue Namen treten an die Spitze.

Die Zukunft des Supply Chain Managements

Die nächsten großen Innovationen im Supply Chain Management sind Big Data und Crowdsourcing. Mit RFID-Tags und fortgeschrittenen Tracking-Systemen können große Mengen an Daten dazu generiert werden, wo und wie sich Produkte bewegen.

Neue Entwicklungen im Bereich der Analysetechnologien verkürzen die Zeit, die man braucht, um praktisch nutzbare Einblicke in den Betrieb zu gewinnen. Was früher Tage oder Wochen gedauert hat, ist jetzt in Minutenschnelle möglich. Wir können Informationen zu Produkten einsehen, die sich noch auf dem Transportweg befinden, und abhängig von ihrer Geschwindigkeit und ihrem Standort Entscheidungen treffen.

Transportdaten können außerdem mit Kundendaten kombiniert werden und ermöglichen somit Rückschlüsse darauf, wie eine Lieferkette organisiert sein sollte, um die Gesamteffizienz zu steigern. Einige Unternehmen hoffen, dass diese Fortschritte im Laufe der Zeit zu autonomen Lieferketten führen werden, die ganz ohne menschliches Eingreifen Analysen und Anpassungen vornehmen können.

Andere Unternehmen beauftragen ihre Angestellten damit, Optimierungsmöglichkeiten bei den Lieferketten zu finden. Nestlé und Unilever haben Systeme zur Ideengenerierung innerhalb des Unternehmens geschaffen, sie sich darauf konzentrieren, Supply-Chain-Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern.

Fazit

Das Supply Chain Management ist eine komplexe Aufgabe, an der zahlreiche Personen beteiligt sind. Heutzutage werden wir dabei von Supply Chain Management– und ERP-Software unterstützt, die einen Überblick über alle Details bietet.

Wie geht es weiter? Wirf einen Blick auf unser Logistik Software Verzeichnis, um das passende Tool zu finden.

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Über den Autor oder die Autorin

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.

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