Alles zum Wissensmanagement in Unternehmen: von der Wissensmanagement-Definition bis hin zu den Wissensmanagement-Methoden

Veröffentlicht am 12.3.2021 von Ines Bahr

Jedes Unternehmen verfügt über eine individuelle Wissensbasis. Diese Basis ist mehr oder minder für den unternehmerischen Erfolg verantwortlich. Sogar Wettbewerbsvorteile kann sie verschaffen – vorausgesetzt, sie wird professionell gemanagt. Damit das gelingt, bedarf es eines funktionierenden Systems. An dieser Stelle kommt das sogenannte Wissensmanagement ins Spiel. Im Folgenden erfährst du alles Wichtige zum Wissensmanagement: von der Wissensmanagement-Definition bis hin zu Wissensmanagement-Methoden – und inwiefern Wissensmanagement Tools dir bei der Umsetzung helfen können.

Wissensmanagement-Definition

Von der Wissensmanagement-Definition bis hin zu den Wissensmanagement-Methoden

Wissensmanagement-Definition

Das Wissensmanagement gilt gemeinhin als einer der wichtigsten unternehmerischen Erfolgsfaktoren. Der Zugang zu und der Transfer von Wissen sind Grundvoraussetzungen für die Innovationsfähigkeit von Unternehmen.

Das Wissensmanagement beschäftigt sich laut Wissensmanagement-Definition mit dem Erwerb, der Nutzung, dem Transfer, der Entwicklung und der Speicherung von Wissen, um es transparent und zugänglich für das Unternehmen und seine Mitarbeiter zu machen.

Zu diesem Zweck gilt es, den Umgang mit und den Bestand an Wissen im Rahmen eines professionellen Wissensmanagements zu organisieren. Die Grundlage dessen bildet das sogenannte implizite Wissen, das in Form von Denkmustern, komplexen Verknüpfungen und Erfahrungen in den Köpfen der Mitarbeiter gespeichert ist. Es ist dadurch sehr viel schwerer zugänglich als explizites Wissen – hat aber den entscheidenden Vorteil, dass es durch die tägliche Arbeit und den regelmäßigen Austausch kontinuierlich aktualisiert und ausgebaut wird. 

Der Wissensmanagement-Definition von Gartner zufolge ist “Wissensmanagement ein Geschäftsprozess, der die Verwaltung und Nutzung der geistigen Ressourcen eines Unternehmens formalisiert. Wissensmanagement fördert einen kollaborativen und integrativen Ansatz für die Erstellung, Erfassung, Organisation, den Zugriff und die Nutzung von Informationswerten, einschließlich des stillschweigenden, nicht erfassten Wissens von Menschen.”

Was ist Wissensmanagement?

Nachdem wir uns die Wissensmanagement-Definition angeschaut haben wollen wir genauer erfahren, was Wissensmanagement also ist. Beim Wissensmanagement, das haben wir bereits gehört, steht nicht so sehr das explizite Wissen, sondern vielmehr die menschliche Expertise und der individuelle Erfahrungsschatz der Mitarbeiter im Fokus. Dieses implizite Wissen muss im Unternehmen vernetzt und zugänglich gemacht werden. Es zu explizitem Wissen zu transformieren, indem man es ausspricht oder aufschreibt, ist nur eine Aufgabe des Wissensmanagements – es geht auch darum, neues Wissen zu generieren und externes Wissen zu übertragen. Damit das gelingt, muss der Transfer von explizitem zu implizitem Wissen aktiv gestaltet werden. In der Folge ist das Wissensmanagement ein ganzheitlicher Prozess, der dauerhaft in die organisatorischen Abläufe integriert sein muss, um das im Unternehmen vorhandene Wissen zu identifizieren, produktiv zu nutzen und zu vernetzen. 

Warum das wichtig ist, ergibt sich schon alleine aus der Tatsache, dass ein professionelles Wissensmanagement Unternehmen in unserer modernen Wissensökonomie wettbewerbsfähiger macht. Hinzu kommt, dass es die Produktivität steigert, zu hochwertigeren Produkten und besseren Dienstleistungen führt sowie die Kundenzufriedenheit erhöht. Dadurch, dass die Mitarbeiter die benötigten Informationen mühelos finden, kann nicht nur die Produktivität nachhaltig gesteigert werden – auch die unternehmerischen Abläufe lassen sich insgesamt effizienter gestalten.

Ziele des Wissensmanagements

Das Wissensmanagement basiert auf der Grundannahme, dass Wissen eine der wichtigsten Ressourcen ist, über die ein Unternehmen verfügen kann. Anders als Güter oder Informationen kann es nicht durch Handel erworben oder vermehrt werden. In der Folge grenzt sich das Wissensmanagement deutlich vom Informationsmanagement ab. Seine Ziele bestehen darin, Wissen zu nutzen, zu erwerben, zu speichern und zu entwickeln. 

In diesem Zusammenhang spielt auch der Wissenstransfer eine entscheidende Rolle. Es geht darum, implizites in explizites Wissen umzuwandeln, um auf diese Art und Weise eine Art kollektives Wissen zu schaffen, das im gesamten Unternehmen zur Verfügung steht. Genauso zielt das Wissensmanagement aber auch darauf ab, explizites in implizites Wissen umzuwandeln – so zum Beispiel, indem es Teil der eigenen Routine wird. 

Grundsätzlich kann zwischen drei unterschiedlichen Wissenszielen unterschieden werden: den normativen Zielen, die die Leitlinien des Wissensmanagements bilden; den strategischen Zielen, in deren Rahmen langfristige Maßnahmen formuliert werden; und den operativen Zielen, die auf konkrete Umsetzungsmaßnahmen abzielen. Mit ihrer Hilfe soll ein ganzheitliches Konzept entstehen, das technische, menschliche und organisatorische Aspekte in sich vereint. 

Dadurch, dass Wissen schneller verfügbar ist, lässt sich die Einarbeitung in neue Fachgebiete merklich verkürzen. In der Folge können Unternehmen, die ein Wissensmanagement etablieren, ihre Wettbewerbsfähigkeit innerhalb kürzester Zeit maßgeblich steigern.

Wissensmanagement-Methoden

Um ein Wissensmanagement zu etablieren, können verschiedene Wissensmanagement-Methoden zum Einsatz kommen. Ziel ist es, maßgeschneiderte Instrumente einzuführen, die den unternehmerischen Umgang mit Wissen merklich stärken und effizient weiterentwickeln. 

  • Die erste Frage sollte immer lauten: An welcher Stelle ist überhaupt relevantes Wissen im Unternehmen vorhanden? Ob Teamchat oder Gruppendiskussion: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, herauszufinden, welches Wissen in welchem Umfang im eigenen Unternehmen schlummert. 
  • Eine weitere Wissensmanagement-Methode ist es, Wissen im Unternehmen gezielt zu sammeln und logisch zu erfassen. Das gelingt zum Beispiel im Rahmen eines Vortrags oder Interviews, in dem die wichtigsten Informationen kurz dargelegt werden. Am besten wird das gesammelte Wissen anschließend in digitaler Form abgespeichert, so dass alle Mitarbeiter stets darauf zugreifen können. 
  • Eine weitere effiziente Methode: Austauschrunden, in deren Rahmen man sich auf den neuesten Stand bringt. Damit kein wertvolles Wissen verlorengeht, empfiehlt es sich, jedes Mal ein kurzes Meetingprotokoll zu führen. 
  • Eine weitere Wissensmanagement-Methode ist es, Wissen von außen ins Unternehmen zu holen, um es anschließend zu optimieren. Neue Impulse, so zum Beispiel in Form von Videos, Fachliteratur oder Webinaren, tragen dazu bei, die eigenen Fähigkeiten nachhaltig zu schärfen. 
  • Auch die Vernetzung über soziale Netzwerke kann dabei helfen, wertvolle Tipps und hilfreiche Anregungen für das eigene Unternehmen zu erhalten. 

Im nächsten Schritt gilt es, eine Wissensdatenbank zu erstellen, in der das schriftlich erfasste Wissen logisch strukturiert und abrufbar gemacht wird. Das erleichtert nicht nur die Suche nach relevanten Informationen, sondern auch die interne Weitergabe von Wissen – so zum Beispiel, wenn neue Mitarbeiter ins Unternehmen kommen. Digitale Tools sind in diesem Zusammenhang klar im Vorteil, weil sie immer und von überall verfügbar sind. Bei der Wahl der passenden Lösung kommt es darauf an, ein Tool zu wählen, das regelmäßig von allen genutzt wird.

Wissensmanagement Software

Eine Wissensmanagement Software ermöglicht es Unternehmen, das Wissen, das Mitarbeiter im Laufe der Jahre aufgrund ihrer Erfahrung erworben haben, zu speichern und zu teilen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Daten strukturiert sammeln und ablegen. Ebenso können Informationen über eine Wissensmanagement Software ausgewertet werden, um Unternehmern auf diese Art und Weise wichtige Entscheidungen zu erleichtern. Durch die übersichtliche Abbildung des relevanten Wissens fällt es Unternehmern wesentlich leichter, Chancen und Risiken für ihre Produkte und Dienstleistungen zu erkennen. 

Zusätzlich lassen sich firmeninterne Prozesse mit Hilfe einer Wissensmanagement Software besser vereinheitlichen – die Grundvoraussetzung, wenn ein Unternehmen sich zertifizieren lassen möchte. Die Vorteile, die sich daraus ergeben, dürften auf der Hand liegen: Nicht nur fallen durch eine Wissensmanagement Software Druckkosten weg, auch die Informationssteuerung und -geschwindigkeit verbessern sich, weil Nachrichten ab sofort schneller und gezielter verbreitet werden können. Zeitverluste, die sich aus der mühsamen Suche nach relevanten Informationen ergeben, werden merklich verringert, weil das benötigte Wissen ab sofort gebündelt zu finden ist. Auch Mitarbeiterunterweisungen können dadurch effizienter durchgeführt werden, wodurch Unternehmen insgesamt agiler werden. 

Durch die Möglichkeit, Ideen und Verbesserungsvorschläge zu diskutieren, erhöhen Wissensmanagement Tools auch die unternehmerische Innovationsfähigkeit. Das ist vor allem für Unternehmen von Vorteil, die in Zukunft dynamischer auf Marktveränderungen reagieren können möchten.

Wie geht es weiter? Wirf einen Blick auf unser Wissensmanagement Tools Verzeichnis, um das passende Tool zu finden.

Dieser Artikel kann auf Produkte, Programme oder Dienstleistungen verweisen, die in deiner Region nicht verfügbar sind oder die durch die Gesetze oder Vorschriften des Landes eingeschränkt sein können. Wir empfehlen, sich direkt an den Softwareanbieter zu wenden, um Informationen über die Produktverfügbarkeit und Rechtskonformität zu erhalten. Gender Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

Über den Autor oder die Autorin

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.