Business Intelligence Definition: Was ist Business Intelligence und welche Tools gibt es? 

Veröffentlicht am 25.2.2021 von Ines Bahr

Der norwegische Unternehmer Jørn Lyseggen schrieb vor ein paar Jahren in seinem Buch „Outside Insight“: „Wir leben in einer Welt, die in Daten ertrinkt. Wir haben die Wahl, ob wir sie weiterhin ignorieren und als großes Rauschen abtun oder ob wir sie nutzen wollen.“ Genau darum geht es bei der Business Intelligence Definition: Viele Unternehmen verarbeiten tagtäglich Unmengen der unterschiedlichsten Daten, ohne deren Potential wirklich auszuschöpfen. Business Intelligence dient dazu, Daten aus verschiedenen Quellen sichtbar zu machen und zusammenzuführen, sodass aus ihnen Rückschlüsse gezogen und Prognosen erstellt werden können. 

Business Intelligence Definition

Definition: Was ist Business Intelligence?

Die Definition von Business Intelligence – auch Geschäftsanalytik genannt – kann unterschiedlich erfolgen: Während Wikipedia von „Verfahren und Prozesse[n] zur systematischen Analyse des eigenen Unternehmens“ einschließlich der „Sammlung, Auswertung und Darstellung von Daten in elektronischer Form“ spricht, definiert Gartner Business Intelligence als „Sammelbegriff für die Softwareanwendungen, Infrastrukturen, Tools und Best Practices, die genutzt werden, um auf Informationen zuzugreifen, sie zu analysieren und mit ihrer Hilfe bessere Entscheidungen und Leistungsoptimierungen zu ermöglichen“.

Kern jeder Business Intelligence Definition ist also die Aufbereitung interner und externer Daten, die in einem Unternehmen anfallen, und die Nutzung dieser Daten für die Entscheidungsfindung. Als „Business Intelligence“ werden je nach Definition sowohl diese Analyseprozesse als auch die dafür genutzten Werkzeuge und die gewonnenen Erkenntnisse bezeichnet.

Wie kannst du Business Intelligence in deinem Unternehmen nutzen?

Business Intelligence (BI) bietet nahezu jedem Unternehmen interessante Möglichkeiten. Daten fallen schließlich überall an – zu Kund*innen, Verkäufen, Produkten, Personal und Profitabilität – und bei Business Intelligence geht es darum, sich über diese Daten einen professionellen Überblick zu verschaffen und mit ihrer Hilfe fundierte Entscheidungen zu treffen. Je nach Branche und Art des Unternehmens bieten sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für Business Intelligence.

Wenn du einen Onlineshop betreibst, kannst du mithilfe der richtigen Analysen beispielsweise den Aufbau deiner Website optimieren, Cross-Selling-Möglichkeiten ausschöpfen, an Sonderangeboten interessierte Kund*innen ermitteln oder herausfinden, wie du Rücksendungen reduzieren kannst.

Im Personalbereich bietet Business Intelligence dir Informationen zur Zufriedenheit und Produktivität deiner Mitarbeiter*innen. So lassen sich Erkenntnisse gewinnen, die das Management bewerten und in Maßnahmen umsetzen sowie Angestellten und Stakeholdern zur Verfügung stellen kann.

Das macht es möglich, aktuelle Prozesse und Gegebenheiten besser zu überblicken, bisher verborgene Probleme zu erkennen und Verfahren und Arbeitsabläufe zu optimieren. Auf diese Weise kannst du die Zufriedenheit von Angestellten und Kunden verbessern, deinen Umsatz steigern, Wettbewerbsvorteile schaffen, Markttrends erkennen, vorausschauend statt reaktiv entscheiden und zuversichtlich in die Zukunft blicken, weil du weißt, dass deine Entscheidungen auf einer soliden Datenbasis beruhen.

Wie funktioniert Business Intelligence-Software?

Dank entsprechender BI-Softwarelösungen können heutzutage auch kleinere Unternehmen ohne Statistikkenntnisse große Datenberge relativ einfach aufbereiten und für sich nutzbar machen. Dabei werden die unterschiedlichsten Datenquellen und -formate einbezogen, denn in den meisten Unternehmen werden Informationen schon längst nicht mehr an einem zentralen Ort gespeichert, sondern in mehreren lokalen und cloudbasierten Systemen und Anwendungen.

Ein gutes BI-Tool bezieht all diese Quellen mit ein, darunter auch andere Geschäftsanwendungen wie CRM-Systeme, und führt somit die bereits vorhandenen und neu anfallenden Daten an einem zentralen Ort zusammen. Viele BI-Plattformen dienen als Schnittstelle für Big-Data-Systeme. Die meisten Tools erfassen Daten per Data Mining automatisch und bereiten sie in einem visuellen Dashboard auf, sodass aus unübersichtlichen Datenmengen praktisch nutzbare, geschäftsrelevante Informationen werden. Sie zeigen Ursache-Wirkungs-Szenarien sowie Beziehungen und Muster auf, stellen Entwicklungen in Echtzeit dar und ermöglichen den Abgleich verschiedener Ergebnisse.

Die Möglichkeiten zur visuellen Darstellung sind nahezu unendlich, beispielsweise in Diagrammen verschiedenster Art, Tabellendarstellungen oder per Geovisualisierung in interaktiven Kartendiagrammen. Üblicherweise sind diese Darstellungen interaktiv nutzbar und bieten verschiedenste Filter und andere Analysemöglichkeiten, häufig gestützt von künstlicher Intelligenz und mit intelligenten Prognosefunktionen. Diese Informationen können als Berichte exportiert und weitergegeben oder auf Websites und in Anwendungen eingebettet werden. 

Vier Business Intelligence-Tools für dein Unternehmen

1. Domo

BI-Tool Domo

Domo ist ein cloudbasiertes Business Intelligence-Tool, das dank seiner Skalierbarkeit für große Unternehmen und Datenmengen geeignet ist. Eine Bibliothek mit mehr als 1.000 vordefinierten Konnektoren für die gängigsten Datenquellen steht zur Verfügung und auch die Integration in vorhandene Data Lakes und Data Warehouses ist möglich. Die Plattform lässt sich von beliebigen Geräten aus nutzen. Apps für unterschiedliche Branchen und Anwendungsbereiche, beispielsweise für Einzelhandel, Marketing oder Data Science, helfen beim Festlegen der zu verfolgenden Metriken, und Nutzer*innen können eigene Apps entwickeln und auf Wunsch im Domo-AppStore freigeben. Auch vordefinierte Konnektor-APIs zu Cloud-Datenquellen und Hunderte Plug-and-Play-Dashboards mit vorgefertigten Visualisierungen stehen zur Auswahl. Domo gibt an, mit strengen Tests und Compliance-Prüfungen die Sicherheit seiner Systeme zu gewährleisten, und Kund*innen können ihre eigenen Verschlüsselungscodes verwalten und Sicherheitskontrollen wie SAML-basiertes SSO und mehrstufige Authentifizierung nutzen. Domo richtet sich vorrangig an das Management und die Leitung von Unternehmen.

Preise:

Domo steht als Professional-Version für unbegrenzt viele Benutzer, bis zu 250 Millionen Datenzeilen und Datenaktualisierung auf Nachfrage sowie als Enterprise-Version mit unbegrenzt vielen Datenzeilen, erweiterter Governance und Sicherheit sowie HIPAA-Compliance zur Verfügung. Die Preise werden auf Anfrage bekanntgegeben. Beide Versionen werden jährlich abgerechnet und können kostenlos getestet werden.

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  1. Looker

BI-Tool Looker

Die Datenanalytik-Plattform Looker gehört zu Google Cloud und ermöglicht Teams die Datenanalyse in Echtzeit. Looker kann auf Public Clouds wie Google Cloud, AWS oder Azure und in Multi-Cloud- und Hybrid-Umgebungen gehostet werden und baut auf bestehenden Datenbanken auf. Die Plattform bietet eine automatisierte Datenbereitstellung und in verschiedenste Prozesse integrierbare Analysen sowie Workflow-Integrationen und benutzerdefinierte Datenanwendungen. Dynamische, interaktive Datenvisualisierungen und Dashboards helfen, Muster, Unregelmäßigkeiten und Veränderungen in den Daten zu erkennen. Die Dashboards können so eingerichtet werden, dass sie nach Personen oder Gruppen filtern, um beispielsweise für externe Betrachter*innen angepasst zu werden. Für schnellere Analysen stehen voreingestellte Codes und Datenmodelle, die sogenannten Looker Blocks, zur Verfügung, beispielsweise optimierte SQL-Muster, bereits modellierte externe Daten, Entwurfsmuster oder Daten-Tools. Looker Actions ermöglichen die Integration in Slack, Airtable, Zapier und mehr. Looker nutzt eine sichere Verbindung für den Abruf direkt aus dem Datenzentrum sowie eine AES 256-Bit-Verschlüsselung und ermöglicht Administrator*innen eine granulare Berechtigungsvergabe. Nutzer*innen können aus verschiedenen Ländern für das Hosting auswählen und erhalten Unterstützung bei der Einhaltung der DSGVO-Bestimmungen. Looker richtet sich sowohl an große als auch an kleine Unternehmen.

Preise:

Die Preise von Looker orientieren sich an unterschiedlichen Faktoren, beispielsweise der Benutzerzahl und dem Umfang des Deployments. Die Preisstruktur wird auf Anfrage gemeinsam erarbeitet. Auf Wunsch kannst du eine Demo anfordern.

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3. Microsoft Power BI

Microsoft Power BI

Microsoft Power BI ist Teil der Office 365-Suite und erinnert von seiner Benutzeroberfläche her an andere Microsoft-Tools und bietet Office-Nutzer*innen somit eine vertraute Umgebung. Es kann in andere Business-Anwendungen wie Salesforce, Google Analytics, Zendesk und Quickbooks integriert werden und unterstützt Hunderte On-Premises- und Cloud-Quellen. Automatische inkrementelle Aktualisierungen sorgen dafür, dass die Daten auf dem neuesten Stand sind, und KI-gesteuerte Analysen helfen bei der Auswertung. Über einen Drag-and-Drop-Zeichenbereich können Berichte mit interaktiven Datenvisualisierungen erstellt werden, die sich anschließend lokal oder in der Cloud veröffentlichen oder in Apps und Websites einbetten lassen. Neben einer Desktopversion stehen auch Apps für Mobilgeräte und eine Embedded-Version für eigene Anwendungen zur Verfügung. Power BI Embedded ermöglicht es, Berichte, Dashboards und Analysen an das eigene Corporate Design anzupassen und beispielsweise gegenüber Kund*innen zu präsentieren.

Preise:

Microsoft Power BI kann kostenlos getestet werden. Das cloudbasierte, vollständig von Microsoft verwaltete Self-Service-BI-System Power BI Pro ist für 9,99 $ pro Nutzer*in und Monat verfügbar. Power BI Premium bietet unter anderem erweiterte Analysen, Big-Data-Unterstützung, erweiterte Steuerungsmöglichkeiten sowie Cloud- und On-Premises-Berichte und kostet im Jahresabonnement monatlich 4.995 $ pro dedizierter Cloud Computing- und Speicherressource.

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4. Zoho Analytics

Zoho Analytics

Zoho Analytics ist eine Selfservice-BI-Software, die Daten aus mehreren Quellen wie Dateien, Datenbanken, Cloudspeichern oder Anwendungen abruft und zusammenführt. Dabei können auch Big-Data-Quellen wie relationale, NoSQL- und Cloud-Datenbanken genutzt werden. Mit der Drag-and-Drop-Oberfläche und unterschiedlichen Visualisierungstools lassen sich funktionsübergreifende Berichte und Dashboards erstellen. Die KI-basierte virtuelle Assistentin Zia beantwortet in natürlicher Sprache gestellte Fragen mit passenden Berichten. Intelligente Prognosen helfen, auf Grundlage bisheriger Daten zukünftige Entwicklungen vorauszusagen. Kontextbezogene Smart-Data-Warnmeldungen benachrichtigen über Anomalien, Veränderungen und Ausreißer und über die Kommentarfunktion können Berichte gemeinsam bearbeitet werden. Das Analysetool kann mit dem eigenen Markennamen versehen und in eigene Produkte, Anwendungen oder Websites integriert werden. Zoho Analytics ist als App für iOS- und Android-Geräte verfügbar. Zoho sorgt mit Maßnahmen wie einem strengen Informationssicherheitsmanagement, Hintergrundprüfungen für Angestellte, einem eigenen Compliance-Team, Netzwerkredundanz, Serverhärtung und DDoS- und Eindringschutz für Sicherheit. Single Sign-On und mehrstufige Authentifizierung sind verfügbar.

Preise:

Die Online-Version von Zoho Analytics kann 15 Tage kostenlos getestet werden und ist danach ab 22 €/Monat bei jährlicher Zahlung in der Basisversion für 2 Nutzer*innen und 0,5 Millionen Zeilen verfügbar. In den weiteren Preisstufen Standard (45 €/Monat, 5 Nutzer*innen, 1 Mio. Zeilen), Premium (112 €/Monat, 15 Nutzer*innen, 5 Mio. Zeilen) und Enterprise (445 €/Monat, 50 Nutzer*innen, 50 Mio. Zeilen) sind zusätzliche Funktionen wie Admin-Rollen, Datenhinweise, -schnappschüsse und -backups, Aktivitätsprotokolle, stündliche Synchronisierungen, private Links und Logo-Anpassung oder eine erhöhte Leistung und Live-Chat-Unterstützung verfügbar. Die Vor-Ort-Version ist für eine Person (ohne Freigabe- und Zusammenarbeitsfunktionen) mit bis zu 10 Tabellen, 25.000 Zeilen und 5 Arbeitsbereichen kostenlos. Für mehrere Personen und unbegrenzt viele Zeilen ist sie für 30 € pro Nutzer*in und Monat bei mindestens 5 Nutzer*innen verfügbar.

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Wie geht es weiter? Wirf einen Blick auf unser BI-Tools Verzeichnis, um das passende Tool zu finden.

Methodik

Die vorgestellten Tools haben auf Capterra eine Gesamtbewertung von mehr als 4 Sternen und haben in den letzten zwei Jahren (01.01.2019 – 01.01.2021) mehr als 50 Nutzerbewertungen erhalten. Sie entsprechen der Definition von Business Intelligence-Software von Capterra und verfügen über die drei Schlüsselfunktionen von BI-Software: ein benutzerdefiniertes Dashboard, Self-Service-Datenaufbereitung und visuelle Datenanalyse.

Dieser Artikel kann auf Produkte, Programme oder Dienstleistungen verweisen, die in deiner Region nicht verfügbar sind oder die durch die Gesetze oder Vorschriften des Landes eingeschränkt sein können. Wir empfehlen, sich direkt an den Softwareanbieter zu wenden, um Informationen über die Produktverfügbarkeit und Rechtskonformität zu erhalten. Gender Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

Über den Autor oder die Autorin

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.