Die Top 8 der kostenlosen Open Source ERP Systeme

Veröffentlicht am 20.12.2017 von Ines Bahr

Nur weil du komplizierte Probleme für dein Unternehmen löst, musst du nicht gleich Millionen für ein ERP System (Enterprise-Resource-Planning) ausgeben. Oracle und SAP dominieren den ERP-Markt. Es gibt allerdings zahlreiche kostenlose Open Source ERP Systeme, mit denen du dein Unternehmen in Form bringen kannst.

Doch bevor wir uns ins Thema vertiefen, lass dir eins gesagt sein: Die Einrichtung eines ERP Systems kann einem ganz schön Kopfschmerzen bereiten. In den meisten Fällen übersteigt die Implementierung das Budget, dauert zu lang oder liefert nicht die erhofften Vorteile und macht Unternehmen einfach unglücklich.

Die Top 8 der kostenlosen Open Source ERP Systeme

Damit es dir anders geht und du mit ERP Erfolg hast, solltest du unbedingt einen festen Plan, ein klar umrissenes Problem und klare Ziele vorweisen können. Selbst ein „kostenloses“ ERP System kostet dein Unternehmen Zeit und Geld.

Die folgenden Optionen werden in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt.

1. Dolibarr ERP

Dolibarr ERP ist unheimlich beliebt. In diesem Jahr wurde es auf SourceForge bereits 129.000 Mal heruntergeladen.

Dolibarr bietet alles, was ein ERP System braucht, so wie Buchhaltung, CRM, HR und Bestandsmodule. Du willst das System um ungewöhnliche oder hochspezialisierte Funktionen erweitern? Dafür gibt es Apps im Dolistore – und du kannst sogar eigene Apps entwickeln, wenn dir der Sinn danach steht.

Seine Beliebtheit sorgt dafür, dass Dolibarr ziemlich regelmäßig aktualisiert wird und über ein sehr aktives Nutzerforum für Problembehandlungen und Diskussionen verfügt. Auch international ist das Programm weitverbreitet und vorallem in europäischen Sprachen – wie z.B. in Deutsch – erhältlich.

Dolibarr eignet sich hervorragend für Unternehmen mit internen Technikerteams und Unternehmen, die Teil einer großen ERP Community sein wollen.

Cloud-Installationen sind möglich, aber meist lohnt sich das Outsourcing zu einem von Dolibarrs Hosting-Partnern.

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2. ERPNext

ERPNext ist eine Open Source Lösung, die sich an moderne Nutzer richtet. Das Tool wurde für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMUs) entwickelt und wird in Form einer Reihe von Apps angeboten. Dabei ist das gesamte System eher für die weniger technisch versierten unter uns gedacht, was Fluch und Segen gleichzeitig ist.

ERPNext ERP Systeme

Dank seiner Einfachheit ist ERPNext einfach einzurichten, du gibst die Informationen über dein Unternehmen in simplen Formularen ein und ein typischer Einrichtungsassistent führt dich durch den ganzen Prozess. Auch das übrige System ist klar gestaltet und benutzerfreundlich.

Der Nachteil liegt erwartungsgemäß darin, dass das ERP System nicht so einfach erweitert werden kann, um spezielle Anforderungen größerer oder komplexerer Unternehmen zu erfüllen. Es gibt zwar integrierte Tools zum Erstellen spezifischer Formulare und Berichte, aber wenn du komplexere Elemente hinzufügen willst, musst du dich Hals über Kopf in den Code stürzen.

ERPNext ist für fünf Nutzer kostenlos, wenn es online gehostet wird. Wenn du es auf eigenen Servern installierst, ist es für Unternehmen jeder Größe gratis.

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3. iDempiere

iDempiere ist ein vollwertiges ERP System und bietet alles von Rechnungsstellung und POS-Integration bis hin zu Lagerverwaltung und Prognosen. Auch wenn iDempiere ein Open Source-Programm ist, ist es niemals wirklich kostenlos, ein ERP-System zu installieren. ERP Spezialist Chuck Boecking empfiehlt ein Budget von 20.000 bis 100.000 USD für Unternehmen, die zwischen 10 und 100 Millionen USD erwirtschaften.

iDempiere ERP Systeme

Wie die meisten Open Source-Programme setzt iDempiere für die Problembehandlung auf den Support durch die Community. Unternehmen können außerdem Spezialisten kontaktieren, die Erfahrung mit iDempiere haben.

Die Software bietet nahezu alles, was ein ERP System bieten kann, darunter Produktplanung, Lagerverwaltung und Lohn- und Gehaltsabrechnung.

iDempiere erfordert zwar eine umfangreichere Einrichtung als die anderen Optionen auf dieser Liste, aber dafür findet man kaum robustere Open Source-Lösungen.

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4. MixERP

MixERP ist ein kostenloses Open Source-Tool, das auf dem ASP.net-Framework basiert. Bei der kostenlosen Version musst du dich um Hosting und Upgrades kümmern, bekommst aber für 49 USD pro Fall Zugang zum Support – eine nette Mischung aus Do-it-yourself und komplettem Outsourcing.

MixERP ERP Systeme

In der Gratisversion hast du alles, was du brauchst: Bestands- und Vertriebsmanagement, Buchhaltung und HR-Tools sorgen dafür, dass in deinem Unternehmen alles rund läuft. Was fehlt, sind Funktionen zum Produktionsmanagement und zur Lohn- und Gehaltsabrechnung. Größere Unternehmen werden also auf eine der cloudbasierten oder lokalen Bezahlversionen zurückgreifen müssen.

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5. Odoo

Online gehostet bietet Odoo für unter 50 Nutzer eine Gratisanwendung an, danach wird es kostenpflichtig. Wenn du die Software aber intern installierst und verwaltest, ist Odoo vollständig kostenlos.

Das Tool bietet alle Standardfunktionen zu Lagerhaltung, Produktion und Vertriebskanälen. Odoo unterscheidet sich von anderen Lösungen dadurch, dass das ganze System aus einer Reihe von Apps besteht.

Odoo ERP Systeme

Durch eine monatliche Gebühr erhältst du Zugriff auf Apps, mit denen du unter anderem eine Website erstellen, ein eCommerce-Portal installieren oder ein CRM-System ausführen kannst. Der Vorteil dieses Systems: Du musst kein aufgeblähtes System nutzen, wenn dir eine schlanke Variante genügt.

Ein offensichtlicher Nachteil besteht in der Beschränkung der Nutzerzahl und darin, dass du ein fähiges Technikerteam zur Verfügung haben musst. Zum Glück ist es nicht allzu teuer, Online-Nutzer hinzuzufügen. Odoo ist hinsichtlich der Nutzerzahl und den Funktionen eine skalierbare Lösung, die mit deinem Unternehmen wachsen kann.

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6. Openbravo

Openbravo richtet sich an den Einzelhandel und basiert auf einem modularen System. Das ERP System wird je nach den Anforderungen deiner Organisation in drei Varianten angeboten.

Die Openbravo Community Edition ist kostenlos und bietet eine abgespeckte Variante der kostenpflichtigen Enterprise- oder Professional-Edition. Diese Editionen umfassen kommerzielle Premiummodule wie Finanz- und Bestandsmanagement, die viele Unternehmen als notwendig erachten.

Openbravo ERP Systeme

Das Upgrade auf die Professional- oder Enterprise-Edition wird dich einiges kosten. Lass dir also von Openbravo ein Angebot schicken, bevor du dich endgültig entscheidest.

Genau wie Odoo kombiniert Openbravo kommerzielle Ansätze und Open Source, sodass Nutzer für den Support nicht nur Community-Foren als Anlaufstelle haben. Dieser Support ist natürlich nicht kostenlos, was die Preisvorteile einer Open Source-Software verringert.

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7. VIENNA Advantage Community Edition

VIENNA Advantage ist ein Open Source ERP System aus Deutschland. Das Kernprodukt umfasst ein ERP und CRM System, um das sich der Rest der Lösungen dreht. Die Plattform ist webbasiert, du kannst also mit unterschiedlichen Geräten darauf zugreifen und musst dir keine Gedanken um die Kompatibilitätsprobleme machen, mit denen sich viele kleine Unternehmen herumschlagen.

VIENNA Advantage ERP Systeme

Die Community Edition ist eine Gratisoption für „Entwickler, technische Unternehmen und Kleinstunternehmen, die eine Reihe von grundlegenden Funktionen implementieren möchten“.

Diese Edition umfasst keinen Support und du brauchst zwingend jemanden mit guten technischen Kenntnissen, um alles erfolgreich zum Laufen zu bringen.

Sobald alles installiert ist, hast du dafür auf zahlreiche kostenlose Module Zugriff. Dazu gehören Tools zur Dokumentenverwaltung, Buchhaltung und Berichterstellung.

Wenn das Produkt dich begeistert und du das Management in die Hände eines anderen legen möchtest, bietet Vienna zwei cloudbasierte, gehostete Lösungen: einmal für KMUs und einmal für Großunternehmen.

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8. xTuple PostBooks

xTuple bietet eine ganze Reihe von Produkten rund um ERP und Produktion. Das Herzstück davon ist PostBooks: PostBooks bietet die zentralen Funktionen eines ERP-Systems, die durch die weiteren Angebote von xTuple erweitert werden können.

xTuple ERP Systeme

Vier Nutzer erhalten Zugriff auf so ziemlich alles, was man für den Betrieb eines einzelnen Standorts braucht: Bestandsmanagement für einen Standort, Buchhaltung, Abrechnung, Berichterstellung und weitere Vertriebstools. Auf mehrere Standorte, erweiterte MRP-Tools und andere erweiterte Planungstools musst du verzichten, aber du kannst diese Funktionen später mit einem der kostenpflichtigen Angebote hinzufügen.

PostBooks ist eine erstklassige Option für Dienstleistungsunternehmen, die üblicherweise kein umfassendes Produktions- und Bestandsmanagement und somit auch kein Upgrade benötigen. Auch ein kleineres Lager mit nur einem Standort kann mit PostBooks sehr zufrieden sein. Du solltest nur wissen, dass du dein Angebot nur begrenzt erweitern kannst, solange du die Gratisversion behalten möchtest.

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Fazit

Es gibt eine reiche Auswahl an Open Source ERP Systemen und für nahezu jedes Unternehmen eine passende Lösung. Damit die Einführung nicht schiefgeht, solltest du ein wenig vorsorgen: Mach einen klaren Plan und überlege dir, welche Probleme du mit einem ERP System lösen willst.

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Über den Autor oder die Autorin

Senior Content Analyst für Capterra und GetApp. Spezialisiert auf Studien und Digitalisierungs-Tipps für KMU. Masterstudium in Medien und Kommunikation, lebt im sonnigen Barcelona.

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